Kate Winslet offenbart Ekel vor "Titanic"-Hymne - DER SPIEGEL
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Kate Winslet: Hollywoods freimütiger Star

Foto: REUTERS/ 20th Century Fox

Kate Winslet über "Titanic"-Song Zum Speien, diese Ballade

Werbung mal ganz anders: Bei einem Interview zum Kinostart der neuen "Titanic"-Version offenbart Kate Winslet ihren Ekel gegenüber Celine Dions Titel-Song. Nicht die erste lustige Attacke der Schauspielerin auf Schmalz nach Hollywood-Art.
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Hamburg - Eigentlich saß sie vor der Kamera des MTV-Reporters, um Werbung zu machen für die nächste Woche in die Kino kommende 3-D-Version von "Titanic". Doch dann wurde das Interview zu einer Hasstirade über die persönlichen Folgen des Blockbuster-Erfolgs für die Schauspielerin.  Wie ein Fluch fühlt sich Winslet von Celine Dions Titelsong "My Heart Will Go On" verfolgt.

Jedesmal wenn der gespielt werde, habe sie das Gefühl, sie müsse sich umgehend übergeben. So muss man sich das Leben der britischen Schauspieler, die durch James Camerons Breitwand-Melodram 1997 zum Star wurde, wohl als ständigen Brechreiz vorstellen. Denn kaum ein öffentlicher Auftritt, bei dem sie nicht von Celines Emo-Kracher heimgesucht wird. Geht sie in irgendeine Hotelbar, so Winslet, spiele der Pianist sofort "My Heart Will Go On".

Besonders schlimm sei es in einer italienischen Talkshow gewesen: Da habe der TV-Pianist ganz sanft die Horror-Ballade angestimmt, während der Moderator sie alles andere als sanft gezwungen habe, das nämliche Lied anzustimmen. Vor der MTV-Kamera verzieht Winslet angewidert das Gesicht: "Als ob ich es jemals selbst gesungen hätte!"

Auch in anderer Weise habe der Mega-Erfolg von "Titanic" ihr Leben negativ beeinflusst: Wann immer sie ein Boot oder Schiff betritt, fangen die Menschen um sie herum an, Anspielungen über einen möglichen Untergang zu machen. Findet die Schauspielerin eher nicht so witzig. Noch schlimmer seien eigentlich nur diese ewigen Bitten, nochmal die berühmte Bug-Szene samt ausgebreiteter Arme nachzuspielen. Im MTV-Interview rollt Winslet genervt mit den Augen: "Holt schon mal Oma an Deck, gleich beginnt die Show!"

Die Britin mit dem derben Humor ist bekannt dafür, vollmundig über die Branche, die sie zum Star gemacht hat, herzuziehen. Geschadet hat es ihr nie. So war sie zum Beispiel 2005 in der Ricky Gervais' Statisten-Comedy "Extras" als sie selbst zu sehen und machte sich darüber lustig, dass man nur in einem Holocaust-Drama mitspielen müsse, schon bekäme man den Oscar.

Ein paar Jahre später bekam sie dann tatsächlich nach fünf Nominierungen die wichtigste Trophäe der Kino-Welt: für das Holocaust-Drama "Der Vorleser".

cbu

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