Kim Cattrall litt unter Schlaflosigkeit - DER SPIEGEL
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Kim Cattrall: Schlaflos in the City

Foto: C3053 Enterpress HBO/ dpa

Kim Cattrall über Schlafstörungen "Ich war im Abgrund"

Wie ein Tsunami habe Schlaflosigkeit sie heimgesucht, sagt Schauspielerin Kim Cattrall in einem Interview. Wegen der nächtlichen Störungen musste die 59-Jährige ein Theater-Engagement abbrechen.
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"Ein Gorilla, der auf meiner Brust sitzt", so beschreibt die US-Schauspielerin Kim Cattrall die Qualen, unter denen sie im vergangenen Jahr gelitten habe. In einem Interview in der britischen Zeitung "Radio Times" berichtete sie von den Schlafstörungen, die sie 2015 heimgesucht hatten, als sie in einem Londoner Theater spielen sollte.

"Ich wusste nicht, wie kräftezehrend die Konsequenzen sind, wenn man nicht schläft. Es wird zu einem Tsunami. Ich war im Abgrund", sagte Cattrall, die mit der TV-Serie "Sex and the City" große Bekanntheit erreichte.

Für eine Produktion des Bühnenstücks "Linda" der britischen Dramatikerin Penelope Skinner sollte Cattrall im November 2015 die Titelrolle am Royal Court Theater spielen. Kurz nach ihrer Ankunft in London hatte während der Vorbereitungen zu dem Stück Schlaflosigkeit eingesetzt. Zu dem Zeitpunkt habe sie das Problem auf "Jetlag, zu viel Tee oder eine neue Phase von Menopause" zurückgeführt.

Schnell habe die permanente Störung aber ihren Tribut gefordert. "Ich wollte das Publikum nicht enttäuschen, das Theater, die Autorin und die Schauspieler", sagte Cattrell im Interview. "All das loszulassen, war der schwerste Part, aber ich stellte fest, dass ich in Wirklichkeit an etwas Wichtigerem arbeiten musste, als an dem Stück." Sie habe sich zwischen der Arbeit und ihrer geistigen Gesundheit entscheiden müssen.

Ihre Rolle übernahm Noma Dumezweni und Catrall kehrte zurück in die USA. "Als ich zurück in die Vereinigten Staaten kam, hatte ich seit 48 Stunden nicht mehr geschlafen und musste noch mal sechs Stunden warten, bis meine 18-jährige Katze durch den Zoll war", erinnerte sich die Schauspielerin. Als der Zollbeamte sie gefragt habe, wie viel ihre Katze wert sei, habe sie nur noch hysterisch lachen können.

Den Auslöser für ihre schlaflosen Nächte suchte Catrall dem Interview zufolge in ihren Tagebuchaufzeichnungen. "Ich war nicht an der Universität, ich habe keine Kinder und ich habe keinen Ehemann. Ich bin von Schuld getrieben und ich bin allein", hatte die 59-Jährige dort nach eigenen Angaben geschrieben. Auch die Angst vor dem Alter und die Erwartungshaltung der Öffentlichkeit setze sie schwer unter Druck.

Nach ihrer Rückkehr habe sie sich in eine kognitive Verhaltenstherapie begeben und sich über die Weihnachtsfeiertage von Freunden und der Familie abgekapselt. "Es war eine klösterliche Erfahrung mit dem Versuch abzutauchen."

Die Erfahrung habe ihr gezeigt, wie sehr moderne Frauen unter selbst gemachtem Druck leiden würden. Der Zeitung sagte sie: "Ich bin nicht allein. Es gibt viele Frauen wie mich da draußen."

cne

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