Kindesmissbrauch Gary Glitter weigert sich heimzufliegen
London - Der aus vietnamesischer Haft entlassene frühere Glam-Rocker will nicht in sein Heimatland zurück: Der 64-Jährige weigerte sich am Mittwoch in Bangkok, ein Flugzeug nach Großbritannien zu besteigen, wie der Rundfunksender BBC berichtete.
Gary Glitter habe gesundheitliche Gründe angeführt und verlangt, dass er in Thailand oder einem anderen asiatischen Land bleiben dürfe, hieß es auf der Website der BBC.
Die Einreise nach Thailand sei ihm aber verweigert worden, sagte ein Vertreter der thailändischen Einwanderungsbehörde. Glitter checkte zwar unter seinem bürgerlichen Namen Paul Francis Gadd für den Flug nach London ein, ging dann aber nicht an Bord, wie ein Mitarbeiter der Fluggesellschaft Thai Airways International bestätigte.
Wegen Kindesmissbrauchs saß Glitter in Vietnam zwei Jahre und neun Monate im Gefängnis. Er wurde am Dienstag aus der Haft entlassen und direkt abgeschoben. Auf dem Flughafen von Bangkok sollte er eigentlich in eine Maschine nach Großbritannien umsteigen.
Sein Anwalt sagte jedoch, sein Mandant wolle gar nicht in seine Heimat zurückkehren. Vermutlich auch, weil er dort von der Polizei empfangen und in das Register für Sexualstraftäter eingetragen werden soll.
Der frühere Musiker war im November 2005 in Vietnam unter dem Vorwurf des sexuellen Missbrauchs von zwei elfjährigen Mädchen festgenommen worden.
Glitter hatte insgesamt zwei Jahre und neun Monate in Haft gesessen. Die Strafe wurde Anfang August in einem Gnadenakt aus Anlass des vietnamesischen Neujahrsfests reduziert.
jjc/AP