L'Oréal-Clan: Der "idiotische" Milliardenstreit - DER SPIEGEL
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L'Oréal-Clan Der "idiotische" Milliardenstreit

Die greise L'Oréal-Magnatin Liliane Bettencourt soll einem Günstling knapp eine Milliarde Euro geschenkt haben. Ihre Tochter fordert, dass der Geisteszustand der 86-Jährigen untersucht wird. Die weigert sich: Angesichts ihres Vermögensumfangs falle die Schenkung kaum ins Gewicht.
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Paris - Was einige Mitglieder des französischen Clans Bettencourt umtreibt - die Familie gründete das Kosmetikimperium L'Oréal - darf man getrost als Luxusproblem bezeichnen.

Françoise Bettencourt Meyers verklagte ihre Mutter, die greise Milliardärin Liliane Bettencourt, weil die sich einem befreundeten Künstler gegenüber mehr als großzügig zeigte. Sie hatte dem Promi-Fotografen und Schriftsteller François-Marie Banier Geschenke im Wert von fast einer Milliarde Euro gemacht.

Man müsse den Geisteszustand der Greisin untersuchen, forderte ihre Tochter, Françoise Bettencourt Meyers. Doch die Matriarchin weigert sich.

Wie am Donnerstag aus Fahnderkreisen zu erfahren war, lehnten die Anwälte der 86-Jährigen einen entsprechenden Vorschlag der Staatsanwaltschaft erneut ab.

Bettencourt, die als reichste Frau der Welt gilt, hatte bereits im April ein Gutachten ihres Arztes vorgelegt, wonach sie im vollen Besitz ihrer geistigen Fähigkeiten ist.

Der zuständige Staatsanwalt des Pariser Vororts Nanterre hatte vorgeschlagen, eine Ärztegruppe solle Bettencourt untersuchen. Dieser Gruppe sollte auch ihr eigener Arzt angehören. Sein weiteres Vorgehen nach der Ablehnung der Milliardärin war zunächst unklar.

Ihre Tochter, Françoise Bettencourt Meyers, reichte daraufhin im Dezember 2008 Klage ein. Sie macht geltend, ihre Mutter sei geistig nicht mehr auf der Höhe. Dem Fotografen wirft sie vor, er habe dies ausgenutzt, um sich Geschenke in Form von Kunstwerken, Lebensversicherungen und Geld zu erschleichen.

Bettencourt wies diese Vorwürfe als "idiotisch" zurück. Gemessen an ihrem Vermögen - das sich laut dem US-Magazin "Forbes" 2008 auf fast 18 Milliarden Euro belief - seien die Geschenke "nicht sehr teuer" gewesen. Nach ihrem Tod werde ihre Tochter alles erben, fügte sie hinzu. Im Übrigen sehe sie sie nicht mehr und habe dazu auch keine Lust.

pad/AFP

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