Mike Tyson feiert Debüt am Broadway - DER SPIEGEL
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Ex-Champ Tyson: Debüt am Broadway

Foto: AP/Invision

Mike Tyson am Broadway "Ich fühle mich unbesiegbar"

Der Ring war gestern, heute sind Musical-Bühnen angesagt: Mike Tyson hat vor ausverkauftem Haus sein Debüt am Broadway gegeben. Spektakuläre Effekte brauchte er nicht, seine Lebensgeschichte ist Unterhaltung genug. Auch Kanye West und 50 Cent saßen im Publikum.
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New York - Unterhalten konnte er die Leute schon immer: Mike Tyson war der beste Boxer der Welt und auch der skandalträchtigste. Niemand wusste, was passiert, wenn "Iron Mike" auftrat. Er prügelte und pöbelte auf Pressekonferenzen, biss seinem Gegner Evander Holyfield im Ring ein Stück vom Ohr ab. Mittlerweile im Ruhestand, zeigt sich Tyson geläutert - den Entertainer gibt er nun auf der Bühne. Am Dienstagabend feierte der Ex-Boxer sein Debüt am Broadway in New York.

Vor ausverkauftem Haus im Longacre Theater nahe dem Times Square zeigte Tyson sein Stück "The Undisputed Truth" (Die unbestrittene Wahrheit). Der 46-Jährige erzählt darin seine von Drogen, Gewalt und Alkohol geprägte Lebensgeschichte und rechnet mit einigen Weggefährten und Ex-Frauen ab.

Auf der Bühne: Nur Tyson, er trägt einen schwarzen Anzug und ein rosafarbenes Hemd. Lispelnd, nuschelnd, häufig außer Atem und stark schwitzend erzählt er aus seinem Leben. Dabei zeigt er sich gleich zu Beginn selbstironisch: Es sei gar nicht sein erstes Mal am Broadway, sagt er. "Genau hier, auf derselben Straße bin ich mal verhaftet worden." Es sei schon etwas komisch, hier oben auf der Bühne zu sein, sagte Tyson. "Aber keine Sorge: Ich lasse Sie alle mit zwei Ohren nach Hause gehen."

"The Undisputed Truth" wurde von Tysons Frau Kiki geschrieben und von Produzent Spike Lee auf die Bühne gebracht. "Ich mache diese Show, damit ihr mich besser kennenlernen könnt - durch meine eigenen Worte", so Tyson. "Ich bedauere es, nur an Geld, Sex, Frauen, Drogen und Ruhm gedacht zu haben." Heute wolle er vor allem ein guter Ehemann und Vater sein.

Das hält ihn aber nicht davon ab, auf der Bühne mit deftigen Worten gegen Ex-Frauen und seinen Ex-Promoter Don King auszuteilen. Die Vergewaltigung, für die er 1992 verurteilt wurde, bestreitet er. "Es gab viele Sachen, für die ich es verdient hätte, ins Gefängnis zu gehen, aber das war keine davon."

Sanft wird der Boxer nur bei seiner großen Leidenschaft: den Tauben. "Schon damals in Brooklyn: Wenn ich nicht im Gefängnis saß, war ich meistens bei meinen Tauben."

Mit "The Undisputed Truth" war er zuvor auch schon in Las Vegas aufgetreten, seiner Heimatstadt. In New York saßen nun auch die Rapper Kanye West und 50 Cent im Publikum. Nach der Show applaudierten die Zuschauer minutenlang, einige riefen "Mike, wir lieben dich".

Hinterher stellte Tyson noch Fotos  von sich und seinen Stargästen ins Netz. "Es war ein großartiger Abend", schrieb er auf Twitter . "Ich fühle mich unbesiegbar."

hut/dpa

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