Miriam Pielhau: Ein plötzlicher Tod - DER SPIEGEL
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Miriam Pielhau: Ein viel zu kurzes Leben

Foto: © POOL New / Reuters/ dapd

TV-Moderatorin Pielhau Ein plötzlicher Tod

Mit nur 41 Jahren ist TV-Moderatorin Miriam Pielhau an Krebs gestorben. Dabei hatte sie vor wenigen Wochen noch davon gesprochen, sie sei geheilt. Weggefährten sind schockiert.
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Vor nicht mal drei Wochen sprach Miriam Pielhau von einem "Wunder". Sie sei gesund, sagte sie in einem Interview mit dem Sender Hit Radio FFH. "Das Wort Wunder fiel bei meinen Ärzten, weil es eine absolut unwahrscheinliche Entwicklung war", sagte sie. 2015 war Leberkrebs bei der Moderatorin diagnostiziert worden, sie galt als geheilt.

Nun ist die Moderatorin tot, am Dienstag gestorben an den Folgen einer Krebserkrankung, wie ihr Management am Mittwoch in Köln mitteilte. Der Tod kam für viele überraschend. Pielhau war erst 41 Jahre alt.

Noch vor drei Wochen wurde Miriam Pielhau beim "Leading Ladys Award" in Wien ausgezeichnet - wo sie auch auftrat. Sie bekam den Preis in der Kategorie "Gesundheit", weil sie so offen und Mut machend über ihrer Krankheit sprach. In ihrer Dankesrede sagte sie: "Ich weiß nicht, ob es in meine Lebenszeit fällt, aber es wäre mein ganz großer Traum, dass irgendwann in großen Schlagzeilen auf den Titelseiten der großen Tageszeitungen steht: 'Wir haben den Krebs besiegt.'"

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Sie hat es nicht geschafft. Freunde und Weggefährten reagierten schockiert. TV-Star Sylvie Meis, die selbst an Krebs erkrankt war, veröffentlichte einen emotionalen Beitrag bei Facebook. "Noch vor drei Wochen haben wir zusammen gelacht, uns in den Armen gelegen und nun bist du nicht mehr da. Ich bin fassungslos und zutiefst traurig."

"Tagesthemen"-Moderatorin Pinar Atalay schrieb bei Twitter: "Sie hat so gekämpft, es tut mir so leid." Kollege Frank Buschmann schrieb: "2016, Du bist ein scheiß Jahr! RIP Miriam Pielhau." Moderator Oliver Kalkofe twitterte: "Und wieder ein Stich ins Herz, wieder ringe ich um Worte und wieder sitze ich..."

Bei Pielhau war 2008 bereits Brustkrebs diagnostiziert worden. Auch den hatte sie zunächst überstanden. Sie ging mit ihren Krankheiten offen um, nannte sie mitunter "Herrn K.". Pielhau schrieb Bücher darüber. Die Öffentlichkeit konnte an ihren Aufs und Abs, den Rückschlägen und Hoffnungsschimmern teilhaben.

Im Magazin "Closer" sagte sie noch im Juli: "Sterben ist keine Option." Nicht an dieser Krankheit. "Immerhin habe ich ein kleines Kind, das mich braucht." 2012 hatte sie eine Tochter bekommen, trotz ihrer Krankengeschichte.

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Der unverkrampfte Umgang mit dem Krebs verband Pielhau mit einigen anderen Prominenten, etwa mit der Schauspielerin Hendrikje Fitz ("In aller Freundschaft"). "Ich finde, es ist höchste Zeit, dass auch dem Sterben ein adäquater Platz in unserer Gesellschaft eingeräumt wird", sagte Fitz dazu. Beide Stimmen sind nun verstummt. Fitz starb im April mit 54 Jahren.

Miriam Pielhau wurde in Heidelberg geboren. Einen Namen machte sie sich aber in Nordrhein-Westfalen, unter anderem als Moderatorin beim Radiosender Einslive. Viele Menschen um die 30 haben sie heute noch als junge Moderatorin von "GIGA", damals auf NBC Europe, in Erinnerung.

Viele Zuschauer kennen sie noch als Gastgeberin der Containershow "Big Brother" und des Lifestyle-Magazins "taff". Zudem war sie als Schauspielerin zu sehen.

Im April war sie noch in der Talkshow "Kölner Treff" zu Gast. Sie sagte, sie habe schwierige Situationen immer recht schnell annehmen können. Im Jahr 2004 etwa überlebte sie den Tsunami. "Erst jetzt, rückblickend, denke ich: Das war für die paar Lebensjahre schon eine ganze Menge." Am Ende war es dennoch ein Wunder zu wenig.

sms/Jonas-Erik Schmidt (dpa)