Miss America 2008: Blond, Bikini, Tränen - DER SPIEGEL
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Miss America 2008 Blond, Bikini, Tränen

Schönheitswettbewerbe waren für das US-Fernsehen einst sichere Quotengaranten. Die Zeiten sind längst vorbei. Beim Kampf um die Krone der "Miss America", den eine blonde 19-Jährige gewann, sollte dem Format neues Leben eingehaucht werden. Stattdessen wurde gestrippt.
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Las Vegas - Kirsten Haglund, 19, ist die schönste Frau der USA. Die angehende blonde Schauspielerin aus Michigan siegte beim "Miss America 2008"-Wettbewerb und erhielt ein Stipendium im Wert von 50.000 Dollar.

Ein Jahr lang wird sie nun als Botschafterin ihres Landes die Welt bereisen und darf außerdem hoffen, ihrer Karriere - Miss Haglund studiert Musik an der Universität Cincinnati - eine kräftigen Schub verpasst zu haben.

Seit 87 Jahren wird der "Miss"-Wettbewerb in den USA abgehalten, jahrzehntelang gehörte er zu den Straßenfegern des TV-Angebots. Lang ist's her. 2004 wurde die Show wegen galoppierenden Quotenschwundes sogar ganz aus dem Kabel-Angebot verbannt und fristete ihr Dasein im Country-Kanal - bis sich der Kabelkanal TLC erbarmte und dem Format neues Leben einzuhauchen versuchte.

Das geschah im wesentlichen durch die Schaffung einer Reality-Show rund um die Wettbewerbs-Kandidatinnen, die vier Wochen lang über den Sender ging.

Der eigentliche Contest setzte jedoch auf Bewährtes: Die potentiellen Schönheitsköniginnen zeigten sich in viel Textil (Abendrobe), extrem wenig Textil (Bikini) und stellten ihr "besonderes Talent" zur Schau - Kirsten Haglund trällerte den Musical-Schmachtfetzen "Somewhere over the Rainbow".

Haglund lag am Ende vor Nicole Elizabeth Rash aus Indiana und Elyse Umemoto aus Washington. Sie weinte gerührt, gedachte der Familie - schon ihre Großmutter hat einst den Titel "Miss America" angestrebt - und erklärte nach ihrem Sieg, wie es bei derlei Veranstaltungen inzwischen üblich ist, die den Kult der Äußerlichkeit in ihren Mittelpunkt stellen, sie wolle auf die Gefahren von Essstörungen aufmerksam machen. Sie habe selbst mit der Krankheit zu kämpfen gehabt - und sie überwunden.

pad/AP/Reuters