Moschino-Designer Jeremy Scott schreibt über Mode - DER SPIEGEL
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Jeremy Scott über Mode: Hauptsache Spaß

Foto: Andrew Kelly / REUTERS

Moschino-Designer Jeremy Scott "Barbie und ich haben viel gemeinsam"

Designer Jeremy Scott ist bekannt für seine bunten, verrückten Entwürfe. In einem Artikel erklärt er jetzt, warum er Spongebob auf den Laufsteg schickte, wieso niemand Mode braucht - und welche Gemeinsamkeiten er mit Barbie hat.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Hamburg - Spongebob. McDonald's-Uniform. Looney-Tunes. Proleten. Barbie. Jeremy Scott hat sie alle auf den Laufsteg gebracht. Die Entwürfe des US-Designers sind zwar nicht immer tragbar, dafür immer ausgefallen. Scott hat seine eigene Modelinie und ist zudem seit Ende 2013 Kreativchef des Labels Moschino (hier können Sie Ihr liebstes Outfit der aktuellen Kollektion wählen). Zuletzt sorgte er weltweit für Aufsehen - er hatte die Outfits entworfen, die Katy Perry bei der Halbzeitshow des Super Bowl trug.

Es wurde also viel geschrieben über Scott, über seine Inspirationen, seine Entwürfe und deren Bedeutung. Jetzt hat sich der Designer selbst zu Wort gemeldet. "Mode ist ultimativer Luxus - ich meine, niemand braucht sie - also sollte sie Vergnügen bereiten und dich glücklich machen", schreibt er im britischen "Guardian" .

Designer hätten den Ruf von Modepäpsten: Ihnen werde nachgesagt, Frauen die passende Kleiderwahl vorzuschreiben. Er selbst habe eine andere Philosophie: Es gehe nicht um Vorschriften, sondern um Humor. Er sehe sich selbst als Kommunikator - und als solcher wisse er um die Bedeutung von Bildern. Sie seien stärker als Worte, schreibt Scott. "Ein Bild von Mickey Mouse wird in Mumbai, Timbuktu und Los Angeles verstanden." Er selbst verwendete die berühmte Ohren 2007 bei einer Modenschau.

Er sei kein typischer Designer, und er besuche auch nicht viele Events der Branche, schreibt Scott. "Stattdessen gehe ich zu den MTV Awards, da passe ich hin - in einem gelben Anzug ohne Hemd."

Doch damit ist der Designer noch nicht am Ende seiner Selbstreflexion. "Ich glaube, Barbie und ich haben viel gemeinsam", schreibt er. Und das sei auch der Grund, warum die Puppe so eine großartige Muse für die Moschino-Sommerkollektion gewesen sei. Dabei waren auf dem Laufsteg zahlreiche Frauen in pinkfarbenen Kleidern und Sportoutfits zu sehen, mit pinkfarbenen Spiegeln, Hanteln oder auf Rollschuhen.

Was ausgerechnet Barbie zu einer guten Muse mache? "Sie hatte schon alle erdenklichen Jobs und ein passendes Outfit für jede Gelegenheit vom Morgen bis zum Abend."

aar