Nach Prügel-Urteil: Chris Brown macht Party - DER SPIEGEL
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Nach Prügel-Urteil Chris Brown macht Party

Fünf Jahre Haft auf Bewährung, 1400 Stunden gemeinnützige Arbeit und striktes Annäherungsverbot: Chris Brown zeigte sich wenig beeindruckt von der Strafe, zu der er für die Prügelattacke gegen Rihanna verdonnert wurde. Im Gegenteil - nach dem Urteil haute der 20-Jährige trotzdem auf den Putz.
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Los Angeles - Mit gesenktem Haupt, im feinen Zwirn, hatte Chris Brown am Mittwoch den Gerichtssaal betreten und das Urteil angehört. Am Abend hatte der R&B-Sänger seine Strafe für die Prügelattacke auf Ex-Freundin Rihanna offenbar schnell weggesteckt - und zeigte sich wie ausgewechselt.

Nur wenige Stunden, nachdem die Richterin ihn unter anderem zu einer fünfjährigen Bewährungsstrafe und 1400 Stunden gemeinnütziger Arbeit verurteilt hatte, feierte der 20-Jährige nach einem Bericht des US-Magazins "People" in einem Club in Los Angeles. In Begleitung von mehreren Freunden und Bodyguards habe Brown bei den übrigen Gästen vor allem für Begeisterung gesorgt, als er zu Michael Jacksons Song "Dirty Diana" tanzte.

"Es schien ihn überhaupt nicht zu stören, dass jeder ihn beobachtet hat", zitiert "People" einen Augenzeugen. "Er war großartig gelaunt und hatte einfach eine gute Zeit mit seinen Freunden."

Laut Urteil muss sich Brown in den kommenden fünf Jahren von seiner Ex-Freundin fernhalten und einen Mindestabstand von 90 Metern wahren - sonst droht ihm wegen Verstoßes gegen die Bewährungsauflagen Gefängnis, wie Richterin Patricia Schnegg in Los Angeles betonte.

Einzige Ausnahme sind Veranstaltungen der Musikindustrie bei denen er der 21-jährigen Rihanna auf bis zu neun Meter nahe kommen darf. Auch Anrufe und eine Kontaktaufnahme durch dritte Personen sind tabu. Die Richterin zitierte den Sänger außerdem für Mitte November erneut vor Gericht. Alle drei Monate will sie seine Fortschritte unter die Lupe nehmen.

Bei der Verkündung des Strafmaßes wies sie darauf hin, dass sie es Brown nicht leicht machen wolle und legte Wert darauf, dass die zuständige Polizei in Browns Heimatstaat Virginia ihr zusicherte, dass der 20-Jährige als gemeinnützige Arbeit keine Sozialarbeit leisten wird, etwa in der Kinderbetreuung. Der Sänger solle "echte körperliche Arbeit" verrichten. Dazu gehören das "Wegräumen von Müll, Autowaschen und die Pflege öffentlicher Anlagen". Dafür werde der Polizeichef in Richmond sorgen. Brown muss zudem ein einjähriges Beratungsprogramm zur Vermeidung häuslicher Gewalt absolvieren.

"Rihanna geht es gut und sie verfolgt ihre berufliche Karriere"

Rihanna selbst war nicht im Gericht zugegen. Ihr Anwalt Donald Etra sagte Reportern nach der Anhörung, dass es "keine Überraschungen" gegeben habe. Rihanna habe die frühere Vereinbarung im Juni begrüßt. Auf Fragen nach der derzeitigen Beziehung des Ex-Paares ging er nicht ein. "Rihanna geht es gut und sie verfolgt ihre berufliche Karriere", teilte Etra lediglich mit.

Etra sagte jedoch, er und die Popsängerin hätten ein weniger strenges Urteil vorgezogen, das Brown nur jede Aufdringlichkeit oder Belästigung verboten hätte. Rihanna werde jedoch gegen die für ihren Ex-Freund verhängte Bannmeile keinen Einspruch einlegen.

Brown hatte am 8. Februar kurz vor der Grammy-Verleihung im Streit so schwer auf seine Freundin eingeprügelt, dass sie ihren Auftritt bei der Gala absagen musste. Auf im Internet veröffentlichten Fotos war Rihanna mit stark geschwollenem Gesicht und Blutergüssen zu sehen.

Vor Gericht hatte Brown den Angriff zunächst geleugnet, später entschuldigte er sich öffentlich auf seiner Website. Das Urteil sollte ursprünglich am Donnerstag gefällt werden. Auf Wunsch seiner Anwälte wurde es um zwei Tage vorverlegt.

jjc/ddp

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