Neverland-Inventar: Michael Jacksons Phantasiereich wird versteigert - DER SPIEGEL
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Neverland-Inventar Michael Jacksons Phantasiereich wird versteigert

Luxuskarossen, Glitzerklamotten, Marmornippes: Die Neverland-Ranch war Michael Jacksons privates Reich. Jetzt kommt das bizarre Inventar des Anwesens unter den Hammer - gegen den Willen des Popstars. Sein Trostpflaster: ein erwarteter Erlös von rund zehn Millionen Dollar.
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Washington/Los Angeles - Eine Auktion in Beverly Hills gibt den Blick frei auf die exzentrische Lebens- und Gedankenwelt von Michael Jackson. Über Jahre hinweg hatte der Popstar Kunst und Kitsch zusammengekauft, um sein Phantasiereich, die Neverland-Ranch in Kalifornien, ohne Rücksicht auf die Kosten auszustatten. Nun kommt das Inventar unter den Hammer: Das Promi-Auktionshaus Julien's versteigert in den kommenden Tagen mehr als 2000 Gegenstände, auf Jackson warten Millioneneinnahmen.

Es sind die Requisiten einer bizarren Märchenwelt, die das Publikum bei der Auktion zu sehen bekommen wird. Jackson stattete sein Reich mit allem aus, was funkelt und glitzert: vergoldete Möbel, Kristallfiguren, Bronzestatuen, Marmorbrunnen, kristallbestückte Handschuhe. Und immer wieder ist Michael Jackson zu sehen: Der menschenscheue King of Pop umgab sich in seinem Domizil mit Abbildern seiner selbst. Mal ist er auf einem Ölporträt als König abgebildet, mal auf einem Prachtgemälde als eine Art Peter Pan, der eine Gruppe von Kindern über die Wiese führt. Auch Büsten von Jacko und eine lebensgroße Wachsfigur sind im Angebot.

Ab Dienstag stellt das Auktionshaus die Stücke in einer Ausstellung der Öffentlichkeit vor, vom 22. bis zum 25. April sollen sie versteigert werden. Schon für hundert Dollar Anfangsgebot sollen Jacksons Hummel-Figuren - putzige Porzellanpüppchen aus deutscher Produktion - unter den Hammer kommen, für seinen goldbeschichteten Rolls Royce fangen die Gebote bei 140.000 Dollar an. Ein kristallbesetzter weißer Glitzerhandschuh ist mit 5000 Dollar notiert, ein Brokat-Tourneejackett aus dem Jahr 1984 mit 12.000 Dollar, eine vergoldete Büste mit 600 Dollar. Lebensgroße Figuren von Superman, Batman und Spiderman kosten ab 200 Dollar, ein bunter Kaugummiautomat ab 1200 Dollar. Die Neverland-Eingangspforte bringt es auf einen Schätzwert von 30.000 Dollar.

Erlös von zehn Millionen Dollar erwartet

Jacksons Sammlung füllt fünf kiloschwere Kataloge. Allein für diese opulenten Bände verlangt das Auktionshaus 200 Dollar. "Michael Jackson war ein enthusiastischer und eifriger Sammler, der von exquisiten Antiquitäten bis hin zu Erinnerungsstücken der Popkultur alles zusammengetragen hat", schreibt Auktionator Julien's im Vorwort. "Er hat Neverland zu einem faszinierenden Wunderland gemacht." Die Veranstalter erwarten einen Erlös von rund zehn Millionen Dollar.

An der Treffsicherheit von Jacksons Geschmack und dem künstlerischen Wert seiner Anschaffungen sind allerdings Zweifel angebracht. "Das ist eine verblüffende Schau von Reichtum ohne Maß", urteilt Deirdre Wollard von "Luxurist", einer auf Luxusgüter spezialisierten Internet-Seite. Jackson müsse einer der "egozentrischsten Sammler der Welt" sein. "In seinen Videospielen, den Disney-Produkten und dem Peter-Pan-Nippes spiegelt sich kindliche Raffgier wider."

Aus freien Stücken gibt Jackson sein Inventar nicht her. Der Star gilt als verschuldet, nach seinem Pädophilie-Prozess vor vier Jahren konnte er trotz Freispruchs nicht mehr an die alten Erfolge anknüpfen. Aus Neverland ist er längst ausgezogen. Die Ranch wurde geschlossen, nachdem Jackson die Gehälter der Angestellten nicht mehr bezahlte. Im vergangenen Jahr hat er das Landschloss für rund 35 Millionen Dollar einer Investment-Firma übertragen, an der er selbst Anteile hat. Eine beteiligte Firma übernahm eine Millionen-Hypothek, um das Anwesen vor einer drohenden Zwangsversteigerung zu retten.

Auch die Versteigerung des Inventars versuchte Jackson zu verhindern, allerdings erfolglos: Am 3. April wies ein Gericht in Los Angeles einen entsprechenden Antrag des Sängers zurück.

mbe/AFP/dpa

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