Olé Brüno macht den Stier
Madrid - Sein Outfit toppte fast den Borat-Badeanzug: Das aktuelle Cohen-Alter-Ego, der schwule österreichische Modejournalist Brüno, kam als Stier verkleidet nach Madrid. Im hautengen schwarzen Catsuit ließ er sich in einer Pferdekutsche vor die größte Stierkampfarena der Stadt fahren, mit riesigen Hufen an Füßen und Händen, mit Hörnern am Kopf.
Diesmal hatte Sacha Baron Cohen seinen eigenen Laufsteg dabei: einen cremefarbenen Teppich. Umgeben war Brüno natürlich von muskulösen Matadoren, die er später zu einer Party in seinem Hotelzimmer einlud.
Staunende Blicke waren ihm sicher, aber auch Applaus und Jubel. Dabei hatte Cohen erst im September einer berühmten Tochter der Stadt einen üblen Streich gespielt: Er hatte sich auf die Mailänder Modewoche geschlichen - und es tatsächlich unerkannt auf den Catwalk der Designerin Agatha Ruiz de la Prada geschafft. In einem grotesken Anzug mit riesigem Mantel stolperte er über die Bühne und wurde schließlich von der Polizei abgeführt.
Der Brite, der 2006 weltweit mit der "Borat"-Komödie erfolgreich war, ist ein Meister der lauten Auftritte.
Bei der Tour für seinen Film hatte er kürzlich in London die königliche Garde verhöhnt. Und Anfang des Monats war ihm zusammen mit Rapper Eminem bei den MTV Awards ein Coup gelungen, als er im Engelskostüm dem Musiker seinen Hintern ins Gesicht drückte.
Schon im Vorbild seines neues Brüno-Films hatte es Kritik gesetzt: Der Streifen verfehle das Ziel der Satire und sei schlicht schwulenfeindlich, hieß es zum Beispiel in den USA.