Paris in Berlin "Ich suche einen netten Freund"
Berlin - Paris Hilton ist nackt, vom Scheitel bis zur Sohle mit goldener Farbe bemalt und räkelt sich lasziv in der Todeszone. Vielleicht kann sie sich auch bloß vor lauter Durst nicht mehr auf den Beinen halten. Schließlich sollen die Motive mit der Hotelerbin vor einer ausgedörrten Steppenlandschaft auf ihr neues Wohltätigkeitsprojekt aufmerksam machen. Das Ziel: mit Eisbergen den Durst in Wüstenregionen stillen.
"Viele wissen das nicht, aber viele Menschen haben kein fließendes Wasser zu Hause", erkannte die 26-Jährige heute während ihres ersten Berlin-Besuchs, den sie zur Vorstellung der "Rich Water Foundation" nutzte. Näheres wusste Hiltons Werbepartner zu berichten. Der österreichische Unternehmer Günther Aloys will mit dem Verkauf seines Proseccos in goldenen Dosen ein Projekt unterstützen, bei dem Eisberge mit Schiffen in Wüstenregionen geschleppt werden sollen.
Deren geschmolzenes Süßwasser - den Angaben zufolge bis zu 120 Milliarden Liter pro Eisberg - sollen in der Dritten Welt an durstige Menschen verteilt werden. "Wenn jemand so von Gott gesegnet ist wie wir, ist es wichtig, etwas zurückzugeben", erklärte Hilton ihren Einsatz für das Projekt, das zugleich auf die Folgen der globalen Erwärmung aufmerksam machen will. Scheinbar das passende Vorhaben zur rechten Zeit, denn seit ihrem Gefängnisaufenthalt wegen Verkehrsdelikten im Juni zeigt sich die 26-Jährige demonstrativ wohltätig.
Befragt nach ihrem persönlichen Engagement in punkto Umweltschutz sagte die Vielfliegerin, die fast ganzjährig um die Welt jettet, sie fahre häufiger Fahrrad, benutze Energiesparlampen, kaufe gerade ein Hybridauto, schalte beim Verlassen eines Raums stets das Licht aus und lasse nicht unnötig den Fernseher oder das Wasser laufen - "eben all die kleinen Dinge, die jedermann tun kann, und die einen großen Unterschied machen".
Das Feiern hat die begabte Selbstvermarkterin dennoch nicht verlernt, wie sie selbst zugibt. "Ich gehe immer noch gerne aus und habe Spaß", sagte sie. Anfang Dezember hatte sie mit Popsängerin Britney Spears, mit der sie eine Vorliebe für unterwäschefreie Auftritte teilt, deren 26. Geburtstag begangen. Am vergangenen Wochenende machte Hilton mit ihrem Ex-Liebhaber Stavros Niarchos die Clubs von Miami unsicher.
Versöhnungsgerüchte dementierte die Blondine in Berlin jedoch. "Zurzeit bin ich Single, aber ich suche einen netten Freund", sagte sie. Ihr Zukünftiger sollte lustig, schlau und treu sein - und möglichst auch noch ihr bester Freund. Da passte es sehr gut, dass Hilton bereits kurz nach ihrem Eintreffen in Berlin gestern Abend die Clubszene erkundet und nach eigenem Bekunden "süße" Berliner Jungs entdeckt hat. Lange konnten diese Hilton aber offenbar nicht fesseln.
"Ich liebe Berlin"
Von etwaiger Müdigkeit war heute während der Präsentation nichts zu sehen, zu der Hilton mit für ihre Verhältnisse extrem moderater Verspätung von rund 45 Minuten eintraf. Professionell zeigte sie sich auch, als sie dem Gebrüll der Fotografen nach mehr nackter Haut schließlich nachgab, ihr schwarzes Jackett ablegte und im bronzefarbenen Pailletten-Minikleid Modell stand.
Routiniert, wenn auch wenig offenherzig, fielen hingegen die Antworten der Erbin aus. "Ich liebe Berlin, sagte die 26-Jährige, die im "Hilton"-Hotel am Gendarmenmarkt abgestiegen war. "Es ist eine so coole Stadt und so wunderschön." Heute sollte sie noch den Reichstag besuchen, das Edelkaufhaus KaDeWe besichtigen und über den Weihnachtsmarkt auf dem Gendarmenmarkt bummeln.
In den nächsten Tagen stehen Aufnahmen für eine Werbekampagne und eine Autogrammstunde in einem großen Berliner Discountmarkt auf dem Programm. Für den späten Freitagabend hat sich die professionelle Partygängerin im Szeneclub Bangaluu in der Invalidenstraße angekündigt. Am Samstag soll sie den Rückflug nach Los Angeles antreten.
Wenn sie bei ihrem engen Terminplan noch Zeit findet, will Hilton auch den Eisbären Knut im Berliner Zoo besuchen, wie sie verriet. "Ich habe gehört, dass er 'cute Knut' genannt wird", sagte die tierliebe Hotelerbin. Über einen Eisberg würde sich die Hauptstadtberühmtheit bestimmt auch freuen.
jdl/ddp/AP