Taylor Swift: Kritik nach dem Apple-Coup
Streit mit Fotograf Wie fair ist Taylor Swift wirklich?
Es war ein großer PR-Erfolg. In einem offenen Brief an Apple gerierte sich US-Musikstar Taylor Swift als unerschrockene Kämpferin ihrer Zunft. Der US-Konzern hatte geplant, in einer Testphase den neuen Streamingdienst Apple Music drei Monate kostenlos anzubieten. In diesem Zeitraum sollten auch die Musiker nicht bezahlt werden.
"Wir bitten Sie nicht um kostenlose iPhones", schrieb Swift. "Bitte verlangen Sie von uns nicht, Ihnen unsere Musik ohne Gegenleistung anzubieten." Der Konzern reagierte prompt - und kippte seine Pläne. Man werde die Künstler auch in der Probezeit bezahlen, erklärte der zuständige Manager plötzlich kleinlaut.
"Sie geben meine Arbeit kostenlos weiter"
Doch jetzt meldete sich ein Fotograf, der das Bild des auf Fairness bedachten Idols ankratzt. Der Brite Jason Sheldon machte Bilder während eines Swift-Konzerts 2011 in Birmingham. Nun beschwert er sich, so die BBC , in einem offenen Brief, dass die Musikerin mit zweierlei Maß messe. Sie habe nicht fair gespielt, als es um die Fotorechte ging.
Er habe unterschreiben müssen, dass er Swifts Management Langzeitrechte für die Wiederverwertung an den Bildern gewähre. "Ich kann die Bilder nicht in meinem Portfolio verwenden, nicht auf meiner Webseite." Stattdessen dürfe das Swift-Management seine Bilder ohne Kosten verwenden, zum Beispiel in einer PR-Mappe für Journalisten. "Sie geben meine Arbeit kostenlos weiter."
Swift praktiziere, was sie bei Apple kritisiere, so schimpft der Fotograf. Das Swift-Management widersprach. Bei der Tour für das Album "1989", das 2014 erschien, sehe die Standardvereinbarung vor: Der Fotograf behalte selbstverständlich das Copyright. Und er dürfe die Bilder wiederverwenden - mit Einverständnis des Managements.
Denn natürlich gelte: "Jeder Musiker hat das Recht, die Nutzung seines Namens und seiner Bilder zu schützen. Und das sollte er auch tun."
Video: Apples Reaktion auf Taylor Swifts offenen Brief