Paris: Stella und ihr Strickuniversum
Prêt-à-porter-Schauen in Paris Stellas Strickattacke
Paris - Ein wenig unentschlossen kam die Kollektion daher, die Stella McCartney bei den Prêt-à-porter-Schauen in Paris zeigte.
Auf der einen Seite schwelgte sie in üppigem Strick mit maximalem Wohlfühlfaktor. Sie zeigte sportliche Steghosen, Parkas mit großen Kapuzen sowie dicke Pullover mit - Achtung - dazu passenden Strickhosen. Aufgestickte Bänder in Smaragd, Weinrot oder leuchtendem Blau peppten die wuchtigen Entwürfe mit etwas Glamour auf, machten sie aber nicht eleganter.
Auf der anderen Seite sollten hauchzarte Mini-Kleider für winterliche Eleganz sorgen. McCartneys Kleider waren sehr leicht und sehr kurz, die Silhouette rund und schmeichelnd. Leitmotiv waren wellenförmige Ornamente.
Für McCartney auf dem Laufsteg im Palais Garnier unterwegs waren unter anderem die Models Cara Delevingne und Joan Smalls, die diskret geschminkt, mit nackten Beinen und Füßen in sportlichen Schuhen mit hoher Kreppsohle auftraten. Unbedingt dabeisein wollte offenbar auch Sängerin Rihanna, die mit blutroter Sonnenbrille zum grell-grünen Outfit auftauchte.
Der Schweizer Designer Albert Kriemler hatte bereits am Sonntag seine Akris-Kollektion gezeigt. Er arbeitete mit fotografischen Motiven des Künstlers Thomas Ruff, darunter dessen "ma.r.s."-Serien von 2010. Seine Seidengeorgette-Kleider mit Fotodruck wirkten luftig, cremefarben-schwarz bedruckter Pelz und weiche schmale Hosen lässig. Kriemler experimentierte außerdem mit dreidimensionaler Stickerei aus dunkelgrün schimmerndem Plexiglas.
Chloé-Designerin Clare Waight Keller zeigte Farbharmonien in Pastell- und Nougattönen, ohne ins Süßliche abzugleiten. Weite Mäntel mit großen Kragen, Noppenpullover mit Schmetterlingsärmeln oder knielange Hosen setzte sie gegen zarte Kleider, die die Figur umspielten.