Prinz Andrew hat vermutlich tief in die Tasche gegriffen, um einem Missbrauchsprozess in den USA zu entgehen. Im Herbst hätte der Zivilprozess gegen den zweitältesten Sohn von Königin Elisabeth II. in New York City beginnen sollen. Doch der Prinz hat sich außergerichtlich mit der Klägerin geeinigt.
Charles Rae, Ehemaliger Palastkorrespondent, The Sun
»Die Erleichterung im Buckingham Palace und im Schloss Windsor dürfte riesig sein. Die außergerichtliche Einigung verhindert, dass das Thronjubiläum der Königin im Juni davon überschattet wird. Ich denke, Andrew stand unter erheblichem Druck der Königsfamilie, sich außergerichtlich zu einigen.«
Die Vorwürfe gegen Prinz Andrew sind massiv: Vor gut 20 Jahren soll er die damals minderjährige Virginia Giuffre mehrfach sexuell missbraucht haben. Giuffre war eines der Opfer des Missbrauchsrings des US-Millionärs Jeffey Epstein und seiner Partnerin Gishlaine Maxwell. Maxwell wurde kürzlich verurteilt, das Strafmaß steht noch nicht fest. Epstein nahm sich 2019 in der Untersuchungshaft das Leben. Prinz Andrew hat die Vorwürfe stets bestritten. Um einem Prozess in den USA und einem möglichen Schuldspruch zu entgehen, hat er sich nun überraschend verpflichtet, eine »beträchtliche Zahlung« an Virginia Giuffres Wohltätigkeitsorganisation für Opfer von Gewalt zu leisten. In einem Schreiben bereut er zudem unter anderem seine Verbindung zu Epstein. Wie viel Geld geflossen ist, bleibt geheim. Andrews Anwalt zeigt sich jedenfalls zufrieden.
Randy Zelin, Rechtsexperte
»Es ist der Inbegriff einer guten Einigung. Jeder bekommt etwas, jeder gibt etwas auf. Prinz Andrew erhält den Deckmantel des Schweigens und die Vertraulichkeit der Einigung, dazu die Nachricht, dass er eine Spende getätigt hat. Er musste dafür keinerlei Schuld eingestehen.«
Wohl für immer zerstört ist Prinz Andrews Reputation.
Randy Zelin, Rechtsexperte
»Prinz Andrew ist fertig. Er ist Toast. Er ist radioaktiv, ruiniert.«
Und nicht nur er. Denn auch wenn es nun nicht zum Prozess kommt: Die Missbrauchsvorwürfe färben auf das gesamte britische Königshaus ab.
»Sie werden sich davon kaum erholen. Das hat ihren Ruf stark beschädigt. Wenn sie jetzt nicht … Ich weiß eigentlich nicht, wie sie da wieder herauskommen sollen, ehrlich gesagt.«
»Ich kann mir nicht vorstellen, dass sie in zehn Jahren noch viel Einfluss haben werden.«
»Prinz Andrew wird das nicht mehr loswerden. Die Menschen respektieren die Königin, aber sie werden sich davon nicht erholen.«
»Sie sollen Vorbilder sein, aber sobald ihre Fehler an die Oberfläche kommen, sieht man sie als normale Menschen mit all ihren Problemen. Ihre Rolle als Königsfamilie werden sie kaum weiterspielen können.«
Bereits im Januar war das Königshaus auf Distanz zu Prinz Andrew gegangen und hatte ihm alle königlichen Schirmherrschaften und militärischen Dienstgrade entzogen.