Promis auf der Wiesn "Schee sans scho"
München - Verena Kerth, Freundin des FC-Bayern-Torwarts Oliver Kahn, war völlig erschöpft, als sie an des Tor-Titanen Seite zum Fußballer-Defilee auf der Wiesn eintraf - schließlich hatte sie erst am Vortag ausgiebig auf Deutschlands beliebtestem Volksfest gefeiert. Trotzdem hatte sie ein mit Strasssteinchen besetztes Dirndl angelegt und ihren Freund begleitet: Schließlich "ist hier immer eine Riesengaudi".
Wohl wahr. Die Besucher bescheren den Wiesn-Wirten auch in diesem Jahr gute Umsätze. Der Kassensturz zur Halbzeit ergab stattliche Zahlen: 3,4 Millionen Maß Bier wurden geleert, das sind 200.000 Liter mehr als im Vorjahr. Beim Essen waren bisher vor allem "Hendl" und "Brezn" gefragt, doch auch der traditionelle Ochsenbraten ging gut weg: 56 Ochsen wurden bislang zerlegt und verspeist, im Vorjahr waren es zum selben Zeitpunkt erst 51.
Kaum überraschend also, dass die Wiesn-Organisatoren eine alles in allem positive Bilanz zogen. Dank des prächtigen Wetters an den beiden Wochenenden sei es gelungen, Einbußen an den regnerischen Wochentagen wieder auszugleichen, sagte Wiesn-Chefin Gabriele Weishäupl. Verlierer der vier Regentage waren vor allem die Schausteller mit ihren Fahrgeschäften.
Auch die Polizei zog eine positive Zwischenbilanz. Die Beamten sprachen von einer "gelassenen und überschaubaren Wiesn ohne besondere Vorkommnisse". Allerdings versuchten wieder zahlreiche Besucher, ihren Maßkrug als Souvenir mit nach Hause zu nehmen. Etwa 103.000 stibitzte Bierkrüge sammelte das Ordnungspersonal bisher wieder ein, im Vorjahr waren es im Vergleichszeitraum 99.000 gewesen.
Eine Gaudi ist für die Besucher natürlich auch das Bestaunen der prominenten Wiesn-Gäste. Die Fußballer machten ihnen allerdings einen Strich durch die Rechnung: Für die Bayern-Stars war im zweiten Stock des Käfer-Festzelts ein eigener, streng bewachter Bereich eingerichtet. Zu gucken gab's - nix.
pad/dpa