Protest gegen Bündchen-Spot: Beichte nackig - DER SPIEGEL
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Werbespot mit Bündchen: Blank ziehen wenn Ärger droht

Foto: PAULO WHITAKER/ REUTERS

Protest gegen Bündchen-Spot Beichte nackig

Sie hat sein Auto zu Schrott gefahren und muss ihm das nun sagen. Eine unangenehme Situation, was also tun? Ein brasilianischer Werbespot zeigt in Person von Gisele Bündchen die Lösung: Einfach wenig anhaben. Das Frauenministerium protestierte - und stieß auf Unverständnis.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Brasilia - Es gab mal eine Zeit, da durften Frauen richtig viel, zum Beispiel das Geld ihres Mannes ausgeben (denn sie selbst verdienten ja am Herd keines). Heute hat sich das geändert, Frauen machen Karriere, verdienen ihr eigenes Geld und müssen damit umgehen, finanziell unabhängig zu sein. Wie schlimm für sie!

Doch in Wahrheit waren auch die alten Zeiten nicht nur rosig, Frauen waren ja in viel größerem Maße abhängig von ihren Männern und deren Gutdünken. Zu viel der Stereotype, meinen Sie? Stimmt, und genau darum geht es.

Ein Werbefilm hat den Zorn des brasilianischen Frauenministeriums geweckt, in der Hauptrolle: Gisele Bündchen, als angeblich bestbezahltes Top-Model der Welt finanziell recht unabhängig. In dem Spot demonstriert Bündchen in drei Lektionen, wie man den Ehemann am besten von schlechten Nachrichten ablenkt. Egal, ob das Auto kaputtgefahren, die Kreditkarte überzogen wurde oder die Mutter einzieht - gebeichtet wird am besten in Unterwäsche und auf hohen Absätzen.

Das Frauenministerium beantragte bei der Werbeaufsichtsbehörde den Verbot des Werbefilms, der verstärke schließlich "das falsche Vorurteil von Frauen als Sexobjekten und ignoriert die erzielten Fortschritte im Kampf gegen Sexismus".

Doch die Behörde lehnte das Verbot ab. Die in der Werbekampagne dargestellten Stereotype seien "leicht" als solche zu erkennen, urteilte die Behörde. Sie seien zudem nicht entwürdigend für Frauen. Schlechte Nachrichten also für die Frauen. Wie die Herren von der Behörde sie den Damen vom Ministerium überbracht haben, ist nicht bekannt.

bim

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