Provozierte Karriereknicke: Schmeißt! Mich! Raus! - DER SPIEGEL
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Provozierte Karriereknicke Schmeißt! Mich! Raus!

Sie nölen, nörgeln, provozieren - bis es zum Knall kommt: Fußballstar Michael Ballack stichelt gegen Bundestrainer Löw, TV-Moderatorin Elke Heidenreich düpierte das ZDF. Wie man - mit Erfolg - um seinen Rausschmiss bettelt, haben bereits andere Prominente eindrucksvoll vorgemacht.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Hamburg - Psychologen kennen das. Da hat einer das Schlimmste vor Augen, was ihm passieren kann - und provoziert doch so lange, bis genau dieser Fall eintritt.

Wie das Phänomen der unbewussten - oder bewusst dreisten - Provokation in der Praxis aussieht, zeigen dieser Tage prominente Zeitgenossen wie die Fußballer Kevin Kuranyi, Torsten Frings, Michael Ballack oder TV-Moderatorin Elke Heidenreich.

Die Fußball-Nationalspieler legten ein solch aufsässiges Verhalten an den Tag, dass Bundestrainer Löw sich zu Konsequenzen gezwungen sieht: Kevin Kuranyi war für das WM-Qualifikationsspiel gegen Russland vorvergangene Woche nicht nominiert worden, saß nur auf der Tribüne. Beleidigt verließ er in der Halbzeitpause das Stadion. Löw schmiss ihn umgehend aus der Nationalmannschaft.

Der Konflikt zwischen Löw und Ballack erreicht mittlerweile die Ausmaße einer Staatskrise: Ballack kritisierte den Coach öffentlich, der zeigte sich "maßlos enttäuscht", bat zur Aussprache, Ballack reagierte frech - und lässt Löw immer weniger Handlungsalternativen.

Nicht nur im Fußball enden Berufswege wegen unbotmäßigem Verhalten manchmal vorzeitig. Und immer wieder scheinen die Beteiligten zu wissen, dass ihre Äußerungen oder ihr Lebensstil zum unweigerlichen Rausschmiss aus Job, TV-Sendung oder Ministeramt führen könnten. Doch offensichtlich ist manchen das in dem Moment ganz und gar egal - sie provozieren den Eklat.

Torwart Ulli Stein beendete 1986 bei der Fußballweltmeisterschaft in Mexiko schlagartig seine Nationalmannschaftskarriere, als er den damaligen Teamchef Franz Beckenbauer als "Suppenkasper" bezeichnete.

Verteidigungsminister Rudolf Scharping schädigte seine politische Karriere 2001 nachhaltig durch Fotos in einer Illustrierten, die ihn beim Planschen in einem Swimmingpool zeigten.

"Grey's Anatomy"-Star Isaiah Washington lästerte 2007 über die Homosexualität seines Kollegen T.R. Knight - er wurde nach scharfen Protesten aus der Serie geschrieben.

Wie sich weitere Prominente fulminant ins Abseits manövrierten - das erfahren Sie hier.

bog/jdl