Robert Downey Jr.: "Ich brauchte Distanz zu dem Clown" - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen
Fotostrecke

Robert Downey Jr.: "Andernfalls hätte ich Hand angelegt"

Foto: DPA

Robert Downey Jr. schimpft über Reporter "Ich brauchte Distanz zu dem Clown"

Robert Downey Jr. hat auf wenig elegante Weise sein Interview mit einem britischen Journalisten beendet. Jetzt erklärte der Schauspieler seinen Abgang - und lästerte kräftig über den Reporter.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Dass Robert Downey Jr. keine Fragen über sein Privatleben mag, dürfte inzwischen bekannt sein; der US-Schauspieler hat es in der Vergangenheit immer wieder betont. Der britische Reporter Krishnan Guru-Murthy versuchte es trotzdem - und wollte mit dem Schauspieler über seine Zeit im Gefängnis, die Drogenprobleme und das Verhältnis zum Vater sprechen. Da sagte Downey Jr. kurzerhand Tschüs. Jetzt hat er seinen Abgang ausführlich erklärt.

Er hätte noch viel früher gehen sollen, sagte er im Gespräch mit Radiomoderator Howard Stern, aus dem die BBC zitiert . Denn Guru-Murthy habe eine "unheimliche, dunkle Agenda" verfolgt. Mit seinen merkwürdigen Fragen habe er ihm Angst gemacht, sagte Downey Jr. - und er habe das dringende Bedürfnis gehabt, auf "Distanz zu dem Clown" zu gehen. "Andernfalls hätte ich Hand angelegt, und dann hätte es eine richtige Story gegeben."

Der Reporter sei nicht bloß ein Clown, Downey Jr. bezeichnete ihn unter anderem auch als "dreckigen Schmierfinken". Beim Verlassen des Interviewraums habe sein Herz wie wild geschlagen, sagte Downey Jr.: "Es war das erste Interview des Tages, was denkst du - dass du in Kumbaya-Land bist?"

Guru-Murthy selbst hatte sich in einem Artikel für den "Guardian" für seine Fragen gerechtfertigt . Sein Sender veranstalte keine Promo-Interviews, in denen ausschließlich Werbung für Filme gemacht werde. Er sei ein großer Fan von Downey Jr. und habe dessen PR-Leuten vor dem Interview angekündigt, auch über die Drogenvergangenheit des Schauspielers zu sprechen.

"Vielleicht ist das wie eine schlechte Beziehung, die einfach nicht funktioniert", heißt es im Artikel von Guru-Murthy. "Wir wollen unterschiedliche Dinge: Ich will etwas Ernsthaftes und Erhellendes. Und sie wollen bloß Publicity." Es ging übrigens um "Avengers: Age of Ultron", den neuen Superhelden-Film von Regisseur Joss Whedon, in dem Downey Jr. eine der Hauptrollen spielt.

aar