Wayne Rooney: Immer Ärger mit dem Boulevard
Rooney abgehört "Große Überraschung"
Manchester - Er soll mit Prostituierten verkehrt haben, während seine Frau schwanger war. Er flucht so derbe in Kameras, dass Sponsoren sich abwenden. Er hat Ärger mit Kriminellen, die ihn erpressen wollen: Über Fußballstar Wayne Rooney ist fast so viel auf Klatschseiten zu lesen wie im Sportteil. Die britische Boulevardpresse berichtet mit Vorliebe über den 25-Jährigen - und schreckt dabei auch vor dubiosen Methoden nicht zurück.
Wie Rooney nun per Twitter bekanntgab, ist er offenbar Opfer eines Lauschangriffs geworden. Detektive von Scotland Yard hätten ihm entsprechende Dokumente übergeben. "Es sieht so aus, als hätte eine Zeitung mein Telefon gehackt", so Rooney, "große Überraschung." Seine Anwälte würden sich bis zum Ende der Saison um den Fall kümmern, kündigte der Fußballstar an. Nach einem Bericht des Guardian handelt es sich bei dem betroffenen Blatt um die Boulevardzeitung "News of the World". Rooneys Frau Coleen schrieb laut "Telegraph" per Twitter, das Vorgehen der Zeitung sei "verzweifelt und ekelhaft".
Die "News of the World" steht im Mittelpunkt des großen Abhörskandals, der England seit langem beschäftigt. Aufgeflogen war der Lauschangriff bereits vor fünf Jahren. Ein umfassendes Schuldeingeständnis brachte "News of the World" allerdings erst Anfang April dieses Jahres. Mit einer "uneingeschränkten Entschuldigung und Haftungsanerkennung" sei man an mehrere Opfer herangetreten, sagte eine Sprecherin.
Von dem großangelegten Lauschangriff waren auch mehrere Royals betroffen, darunter die Prinzen William und Harry. Ihre Handy-Mailboxen waren abgehört worden. 24 Prominente, unter anderem die Schauspielerin Sienna Miller und die frühere Kulturministerin Tessa Jowell, haben "News of the World" bereits verklagt.
Wegen des Skandals musste der ehemalige Kommunikationschef des britischen Premierministers David Cameron, Andy Coulson, im Januar zurücktreten. Er war bis 2007 Chefredakteur der "News of the World", hatte aber stets bestritten, von den dubiosen Praktiken gewusst zu haben.
Der Skandal um die Zeitung hatte erstmals im Sommer 2006 für Schlagzeilen gesorgt, als das Büro von Prinz Charles Beschwerde gegen einen möglichen Lauschangriff auf den britischen Thronfolger einlegte. Der damalige "News of the World"-Ressortchef für Berichte über das Königshaus, Clive Goodman, wurde festgenommen und ein Jahr später zu vier Monaten Haft verurteilt. Goodman betonte damals, er habe auf eigene Faust und ohne das Mitwissen anderer Redakteure gehandelt.