Einbruch-Alarm im Buckingham-Palast: Personenkontrolle beim Prinzen
Nach Vorfall im Buckingham-Palast Nervöse Polizei verwechselt Prinz Andrew mit Einbrecher
London - Nach dem Einbruch in den Buckingham-Palast liegen die Nerven der britischen Polizei offenbar blank. Nachdem die Beamten am Montag einen Eindringling im Zuhause der Queen fanden, wähnten sie sich erneut einem Einbrecher gegenüber. Nur war der Mann, der am Mittwochabend durch den Palastgarten schlenderte, kein fanatischer Fan oder Dieb. Es war Prinz Andrew, der zweite Sohn der Queen.
In einer Mitteilung beeilte sich Scotland Yard, das Missverständnis aufzuklären. Zwei "uniformierte Beamte" seien gegen 18 Uhr auf einen Mann in den Gärten des Buckingham-Palasts zugegangen, um dessen Personalien festzustellen. Der Mann sei "zufriedenstellend identifiziert", heißt es britisch-charmant in der Mitteilung.
Scotland Yard beteuert, dass die Beamten keine Waffen auf den Prinzen richteten oder gar Gewalt anwendeten. Doch das britische Boulevardblatt "Sunday Express" berichtet unter Berufung auf einen "Royal Insider", die Polizisten hätten mit der Waffe auf den 53-Jährigen gezielt und ihn angeschrien, er solle sich auf den Boden legen. Eine halbe Minute habe das Drama gedauert, bis das Missverständnis aufgeklärt werden konnte.
Der Herzog sei über den Vorfall "unglücklich", sagte der Insider. Den zwei Polizisten sei die Situation äußerst peinlich - und das sei noch eine Untertreibung. Der Buckingham-Palast wollte sich nicht zu dem Vorfall äußern.
In den vergangenen Jahren ist es immer wieder zu Sicherheitspannen in den königlichen Häusern gekommen. Im Juni 2003 hatte sich der Komiker Aaron Barschak, verkleidet als Osama Bin Laden, bei der Geburtstagparty von Prinz William auf Schloss Windsor einschleichen können. Im Jahr 2002 klopfte ein Betrunkener an die Zimmertür von Prinzessin Anne an, um sie nach dem Weg zum Bahnhof Victoria zu fragen.
1994 landet ein nackter Fallschirmspringer auf dem Dach des Buckingham-Palasts. Wiederholt hatten sich auch Aktivisten Einlass in den Palast verschafft, um von seinen Mauern aus für ihre Sache zu demonstrieren. 1982 ereignete sich die bislang schwerste Panne: Damals drang der arbeitslose Michael Fagan ins Schlafgemach von Königin Elizabeth II. vor und setzte sich zu ihr auf die Bettkante. Die Queen lenkte ihn zehn Minuten lang ab und konnte die Wachen alarmieren, als Fagan sich eine Zigarette anzünden wollte.