Sam Claflins Essstörungen: Manorektische Hungerspiele - DER SPIEGEL
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Sam Claflin: "Ryan Gosling mit einem perfekten Sixpack”

Foto: Adam Bettcher / Getty Images

Sam Claflins Essstörungen Manorektische Hungerspiele

Frauen haben es. Männer auch. Ein Problem mit dem Essen. Wer jeden Tag vor der Kamera den Superhelden spielen und einen perfekten Hollywood-Body zeigen muss, kann da schon mal in die "Manorexie" abgleiten. So wie Frauenheld Sam Claflin aus "Die Tribute von Panem".
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London - "Meergrüne Augen, athletischer Körper, bronzefarbenes Haar": Finnick Odair ist der gut gebaute Toy-Boy aus Teil zwei der Trilogie "Die Tribute von Panem". Wie ein Gladiator schwingt er Dreizack und Lianen-Netz, gewinnt schon mit 14 die berüchtigten Hungerspiele. Er ist vielen Frauen zu Willen, aber nur einer zugetan, der leicht verwirrten Annie Cresta, die er irgendwann heiratet und mit der er ein Kind bekommt.

Der Körper spielt eine herausragende Rolle in "Die Tribute von Panem", und das bedeutet jede Menge Druck für die Darsteller, die sich in dauerhafter Top-Form vor der Kamera präsentieren müssen. Erstmals hat sich nun ein Mann zu den Nebenwirkungen geäußert, die das mit sich bringen kann.

Sam Claflin spielt den Frauenhelden Odair - und fühlt sich dabei offenbar gar nicht wohl in seiner Haut.

"Ich bin wirklich unsicher, was meinen Körper betrifft", sagte der Schauspieler jetzt dem britischen "Elle"-Magazin. "Ich bin niemand, der das Shirt am Strand auszieht. Ich würde immer ein Hemd tragen." Dies ist nun mitnichten übertriebener Schüchternheit zu verdanken, sondern offenbar einem gestörten Körpergefühl.

"Ich glaube, ich habe echt Probleme damit", gab er zu. "Meine Frau sagt, ich werde viel zu dünn, aber ich schau mich an und denke 'Ich werde fett'." Aber so sei das nun mal, wenn einem dieses Hollywood-Ideal übergestülpt werde. "Man will Ryan Gosling sein mit einem perfekten Sixpack."

Schon längst würde ihn seine Gattin und Schauspielkollegin Laura Haddock ("Da Vinci's Demons") "manorektisch" nennen - eine ungesunde Mischung aus essgestört und manisch, aber eben auch die männliche Magersucht. Die Anorexia nervosa ist bekanntermaßen eine psychische Störung, die schwere körperliche Schäden hervorrufen und lebensgefährlich sein kann.

Anorektisch? Ja, nein, vielleicht.

Unter Prominenten, die sich dazu bekannt haben, sind weit mehr Frauen als Männer. Da gibt es jene, die offen über ihre bisweilen heftigen Essstörungen berichteten - wie Talk-Ikone Oprah Winfrey, Oscar-Preisträgerin Kate Winslet, die "Ally McBeal"-Darstellerinnen Portia de Rossi und Calista Flockhart oder auch Stars wie Jane Fonda und Lady Gaga.

Es gibt aber auch solche wie Paris Hilton oder Victoria Beckham, die permanent von den Medien observiert und einer Essstörung verdächtigt werden, sich aber ungern dazu äußern. Es gibt Geläuterte wie Mary-Kate und Ashley Olsen, die sich in Therapie begeben und auf eine bessere Zukunft hoffen.

Und es gibt den traurigen Fall des Models Isabella Caro, die im Alter von 28 Jahren an den Folgen der Magersucht starb.

Auch die sozialen Netzwerke tragen einen großen Teil dazu bei, dass Schauspieler sich dem öffentlichen Druck beugen. "Als ich erfuhr, dass ich die Rolle des Finnick habe, bin ich auf meine Twitter-Seite gegangen, um zu sehen, wie die Leute reagieren", erzählte Claflin. "Einige Kommentare waren heftiger als andere."

Claflin könnte sich ein Beispiel an seiner Hungerspiele-Kollegin Jennifer Lawrence nehmen. Die bietet der Filmindustrie und überzogenen Schönheitsidealen die Stirn. Unter anderem weigerte sie sich, der Empfehlung ihres Managements nachzukommen und abzunehmen. Um sie zu "motivieren", habe man ihr Nacktfotos von ihr gezeigt. Ohne Erfolg: "Du siehst aus, wie du aussiehst, also fühl dich wohl", sagte die 23-Jährige Anfang November. "Was willst du denn tun - jeden einzelnen Tag hungrig sein, um andere Menschen glücklich zu machen? Das ist einfach nur dumm."

ala