Schweden: Jagd auf den König - DER SPIEGEL
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Schwedens König: "Nicht so schön"

Foto: Jim Rogash/ Getty Images

Schweden Jagd auf den König

Als Carl XVI. Gustaf zur traditionellen Elch-Pirsch durchs Unterholz stieg, waren ihm Dutzende Journalisten auf den Fersen. Grund ist eine neue Skandalbiografie. Das Werk zeichnet den Untertanen ein Bild des Königs, das sie so noch nicht kannten.
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Stockholm - So müsste es immer sein, werden sich Schwedens Monarchisten gedacht haben, als die liebliche Kronprinzessin Victoria im Sommer ihren Verlobten, den Bürgerlichen Daniel Westling, ehelichte: Eine festliche Trauungszeremonie im Beisein des europäischen Hochadels, eine holde Braut, Gewinke aus der Prachtkutsche und der übliche royale Tand.

Ein halbes Jahr später sind die Schlagzeilen für die königliche Familie deutlich unangenehmer: Am Donnerstag wurde eine nicht-autorisierte Biografie des Königs veröffentlicht, "Den motvillige monarken" lautet der Titel, "Der widerwillige Monarch".

Das Autorentrio streut darin Gerüchte über angebliche private Eskapaden des Monarchen, die teilweise Jahre zurückliegen.

Es reichte, um die Medien des Landes in Alarmbereitschaft zu versetzen: Ein traditioneller Pressetermin des Monarchen gestaltete sich deshalb nun deutlich anders als üblich.

Der König hatte wie jedes Jahr Journalisten zu einer Plauderei in den Wald von Halle-Hunneberg bei Trollhättan in Westschweden eingeladen, wo er Elche jagt. Statt der sonst üblichen 15 Berichterstatter kamen diesmal 60 Reporter.

Sie erfuhren dabei auch, dass Carl XVI. Gustaf das in Schweden lebhaft diskutierte Buch noch gar nicht kennt: "Es kam gestern sehr spät zu uns. Ich konnte es noch nicht lesen." Der Monarch musste ja auch früh aus den Federn zur Pirsch. Über deren Verlauf sagte er diesmal gar nichts, sondern kommentierte das pikante Druckerzeugnis.

"Ich hab ein paar Überschriften gesehen, die nicht so schön waren. Darüber habe ich natürlich mit der Familie und auch der Königin gesprochen", sagte er.

So wie er die Sache verstehe, gehe es um Dinge, "die weit zurückliegen", die königliche Familie habe "das Blatt gewendet, ungefähr so wie ihr in den Medien das auch macht" und gehe "weiter im Leben". Genauere Erklärungen, wie diese Bemerkung gemeint sei, wollte der König nicht abgeben.

Zudem appellierte er an die anwesenden Reporter, die königliche Familie nicht zu bedrängen - diese habe schließlich "Pflichten zu erfüllen".

Die Gerüchte dürfte dies kaum zum Verstummen bringen - es gilt bereits als ungewöhnlich, dass die schwedische Presse negative Schlagzeilen über das Königshaus so prominent aufnimmt.

Carl XVI. Gustaf, 63, bestieg 1973 den schwedischen Thron. 1976 heiratete er die heute 66-jährige Deutsche Silvia Sommerlath. Das Paar hat drei Kinder.

pad/AP/dpa/AFP

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