Tigertod: Siegfried und Roy trauern um Montecore
Siegfried und Roys Tiger Montecore ist tot
Los Angeles - Als Magier und Dompteure brachen Siegfried und Roy in Las Vegas jahrelang sämtliche Umsatz- und Beliebtheitsrekorde. Ihr Faible für weiße Raubkatzen machte sie weltberühmt - brachte ihnen aber auch immer wieder Kritik ein.
Zur Erhaltung und Fortpflanzung der Tiere betrieben sie ab 1997 das "Secret Garden"-Gehege im Mirage-Casino. Dort lebten zahlreiche weiße Tiger und weiße Löwen - unter ihnen Tiger Montecore, der der steilen Karriere des Duos im Oktober 2003 ein abruptes Ende bereitete. Während einer Vorstellung im Mirage-Hotel griff er Dompteur Roy Horn an und verletzte ihn so schwer, dass er zunächst halbseitig gelähmt war, Schlaganfälle erlitt und sich einer Gehirnoperation unterziehen musste.
Horn erklärte den Angriff stets damit, dass die 172 Kilogramm schwere Raubkatze ihn in Sicherheit habe bringen wollen, als ihm während der Show wegen Bluthochdrucks plötzlich schwindelig wurde. Er hegte keinen Groll gegen das Tier und lebte weiter in seiner Nähe. Jetzt ist Montecore - oder "Mantecore", wie Horn den Namen in seiner Facebook-Mitteilung schreibt - gestorben.
Sein "geliebter 17 Jahre alter weißer Tiger, Freund und Bruder" sei am 19. März aus dem Leben geschieden, teilte Horn auf der Facebookseite von Siegfried & Roy mit. Er werde seinen "Lebensretter" sehr vermissen. "Er spielt jetzt mit seinen Brüdern und Schwestern im Himmel der weißen Tiger."
Das Tier sei "an einer Krankheit" gestorben, hieß es. Weitere Details sind nicht bekannt. "Ich fühle mich, als ob ein Teil von mir gegangen wäre", bedauert der Künstler. "Die Flaggen von Klein-Bavaria wehen auf Halbmast."
Der Unfall zwang Horn und seinen Partner Siegfried Fischbacher, 74, in den vorzeitigen Ruhestand. Horn kann inzwischen wieder ohne fremde Hilfe laufen.