Stress bei "DSDS": Und tschüs! - DER SPIEGEL
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Jury-Abgang bei "DSDS": Schmalztiger und Hupfdohle müssen gehen

Foto: Jörg Carstensen/ picture alliance / dpa

Stress bei "DSDS" Und tschüs!

Schleudersitz Castingshow: Kurz vor dem Finale von "Deutschland sucht den Superstar" kündigt Dieter Bohlen an, die Jury fürs nächste Jahr auszuwechseln. Moderator Marco Schreyl will offenbar solchen Ad-hoc-Entscheidungen vorbeugen und denkt schon mal über seinen Abschied nach.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Hamburg/Berlin/Köln - Dieter Bohlen ist ein Mann für klare Entscheidungen, das spricht für ihn. Wundern darf man sich allerdings darüber, wann er diese Entscheidungen trifft. Ausgerechnet am Tag des Finales von "Deutschland sucht den Superstar" (DSDS) gibt er via "Bild" bekannt, dass er im nächsten Jahr die Jury austauschen wird: Fernanda Brandao und Patrick Nuo müssen nach nur einer Staffel gehen.

So dürfte es ein sonderbares Gefühl für die brasilianische Hot-Banditoz-Hupfdohle Brandao und den Schweizer Schmalztiger Nuo sein, wenn sie am Samstagabend bei der Kür des "DSDS"-Gewinners dabei sind - im Wissen, dass sie selber schon abgesägt sind. Die Maßnahme Bohlens erscheint umso überraschender, da der Publikumszuspruch zur aktuellen Staffel exzellent war. Teilweise rückte man gar gefährlich nah an den einstigen Quotenkönig Thomas Gottschalk und seine Show "Wetten dass..?" heran. Durchschnittlich 6,32 Millionen Zuschauer sahen "DSDS" in diesem Jahr. Der Marktanteil bei den jüngeren Zuschauern (14 bis 49 Jahre) lag bei 32,2 Prozent - die achte Staffel ist damit die erfolgreichste seit der ersten 2002/2003.

Er habe gerne und professionell mit Brandao und Nuo zusammengearbeitet, sagte Bohlen. "DSDS" sei aber auch deshalb so erfolgreich, weil es immer wieder Veränderungen gebe. "Deshalb freue ich mich jetzt auf neue Kollegen."

Trotz der Quoten hielten sich die Schlagzeilen über die Show 2011 in Grenzen: Nach den beiden Bad Boys des Vorjahrs, Menowin und Mehrzad, entpuppten sich die Kandidaten dieses "DSDS"-Jahrgangs einfach nur als niedlich. Beim Finale wird Sarah Engels gegen Pietro Lombardi antreten. Die beiden, wie originell, outeten sich kurz vor dem Halbfinale als Pärchen. Er agiert wie ein Welpe, der gestreichelt werden will, sie gibt die Westentaschen-Diva. Großes Casting-Kino ist das nicht.

Unterdessen bereitet auch ein anderer "DSDS"-Protagonist seinen Abgang vor: In einem Interview mit der "Süddeutschen Zeitung" am Samstag erklärte Moderator Marco Schreyl, er wolle "sicher keine Ewigkeit" mehr bei "DSDS" bleiben. Auf die konkrete Frage, ob Michelle Hunziker seine Nachfolgerin werde, antwortete er jedoch nur, zu Personalien habe sich bei RTL noch nie jemand während der laufenden Sendung geäußert.

Mit dieser ehrenwerten Tradition hat nun allerdings Dieter Bohlen durch seine Jury-Personalentscheidung gebrochen.

"Deutschland sucht den Superstar", Sonnabend 20.15 Uhr, RTL

cbu/dpa/dapd