Tokio-Hotel-Stalker: "Häng dich dran!" - DER SPIEGEL
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Tokio-Hotel-Stalker "Häng dich dran!"

Sie nennen sich "Afghaninnen auf Tour" und machen Jagd auf die Teenieband Tokio Hotel. Ihr Ziel: die dauerhafte Überwachung der Musiker. "Je häufiger man sie sieht, desto glücklicher ist man", sagte eine von ihnen SPIEGEL TV.
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Hamburg - Sie rasen über die Autobahn, die Objekte ihrer Begierde immer im Visier: "Fahr schneller, fahr schneller", feuern sie sich an, "häng dich dran." Die fünf Französinnen, die sich "Afghaninnen auf Tour" nennen und sich nun erstmals öffentlich bei SPIEGEL TV äußerten, sind die wohl radikalsten Fans der Band Tokio Hotel. Ihr beängstigendes Motto: "Je häufiger man sie sieht, desto glücklicher ist man", sagte ihre Anführerin Perrine D., 21. "Es ist eine Art Wettbewerb."

Stalking nennt es hingegen der Manager der Band, David Jost. Seinen Angaben zufolge werden die Magdeburger Musiker und ihre Angehörigen seit längerem von den Mädchen verfolgt und bedroht. Jost sagte, die vier jungen Männer um Sänger Bill Kaulitz und seinen Bruder Tom, beide 19 Jahre alt, sowie ihre Familien hätten deshalb ständig ihre Wohnorte gewechselt. "Diese vermummten Mädchen sind keine Fans, sondern das sind militante Stalker", so der Manager.

Vor knapp zwei Wochen ist die seltsame Hassliebe zu den Kaulitz-Brüdern offenbar eskaliert. An einer Hamburger Tankstelle soll es zu einem handfesten Streit gekommen sein, weil Perrine D. angeblich eine Zigarette auf dem Auto von Tom Kaulitz ausgedrückt hatte. Daraufhin soll der Musiker die Frau attackiert haben.

"Er ist zu mir gekommen und hat mich mit der Faust geschlagen. Einmal ins Gesicht und dann bin ich auf den Boden gefallen und er hat mich noch einmal ins Gesicht geschlagen, mit der Faust", sagte Perrine D. den Reportern von SPIEGEL TV.

Inzwischen wird D., die gegen Kaulitz Anzeige wegen Körperverletzung erstattete, von dem Strafverteidiger Burkhard Benecken vertreten. Manager und Band kündigten im Gegenzug an, die Fans anzuzeigen und zu beantragen, dass sie sich den Musikern und ihren Familien nicht mehr nähern dürfen.

Derweil verzeichnet die Gruppe erste Abgänge. Nach Informationen von SPIEGEL TV haben zwei Mädchen der Clique den Rücken gekehrt - und packen nun über die Machenschaften ihrer Komplizinnen aus: "Sie haben festgestellt, dass es die Musiker verängstigt, wenn sie sich verschleiern und nicht zu erkennen sind", so Katherine G.: "Das amüsiert die Mädchen."

Und so steigert die Furcht der Promis das Machtgefühl derer, die eigentlich klein und unbedeutend sind.

jdl

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