Truppenbesuch: Stummer Jacko zwischen Flecktarn - DER SPIEGEL
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Truppenbesuch Stummer Jacko zwischen Flecktarn

Ein bizarrer Auftritt von Michael Jackson in Japan zeigt: Heute lebt der ehemalige King of Pop von der Leidensfähigkeit seiner treuesten Fans. Bei einem US-Truppenbesuch tauchte Jacko ganze zehn Minuten auf - ohne aber zu Singen.
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Tokio - Zehn Minuten für die Frauen und Männer in Uniform: In Japan tauchte der ehemalige Popmusiker Michael Jackson ("They don't care about us") für einen bizarren Kurzauftritt vor dort stationierten US-Soldaten auf. Jackson kam, sang nicht - und ging rasch wieder.

"Er will uns zeigen: 'Amerika unterstützt Euch' - und er tut das auch", erläuterte eine Sprecherin des US-Militärs in der Armee-eigenen Zeitung "Stars and Stripes" tapfer - vor dem Auftritt. Im Nachhinein hätte sie das möglicherweise anders ausgedrückt. Denn die Art der Stippvisite lässt vermuten, dass Jackson ("You Are Not Alone") es ist, der auf Unterstützung angewiesen ist.

Der ehemalige King of Pop lief zunächst, durch Absperrungen von seinen Fans getrennt, ziellos hin und her. Dann fand er seinen Weg zu einem Mikrofonständer, winkte, las eine vorbereitete Grußbotschaft vor, verteilte aus der Entfernung Küsse und verschwand wieder. Zwei Stunden hatten die anwesenden US-Soldaten, ihre Familien und Gäste zuvor auf ihr Idol ("Heal the world") gewartet.

Einträgliche Tingeltour durch Japan

Offenbar war für diesen der Auftritt auf der Militärbasis Teil einer einträglichen Tingeltour: Jackson ("Gone Too Soon") war am vergangenen Sonntag in Japan gelandet und hatte am Donnerstag ein für alternde Popstars interessantes Geschäftsmodell vorgeführt: Mehr als 300 vorwiegend japanische Fans gaben rund 2600 Euro je Ticket aus, um Jackson ("Bad") live in einem exklusiven Tokioter Club zu erleben. Der war ausverkauft - obwohl auch hier allgemein bekannt war, dass der 48-Jährige nicht singen wollte. So kassierte der ehemalige Sänger rund eine Million US-Dollar, ohne seine Stimmbänder bemühen zu müssen.

Im vergangenen Jahr hatte Jackson ("One more Chance") seine Fans bei seinem ersten Live-Auftritt seit langem gründlich verprellt, als er bei der Verleihung der World Music Awards lediglich vier Zeilen aus dem Refrain von "We are the World" zum Besten gab, bevor ihm die Stimme versagte.

Die Kurz-Erscheinungen in Japan zählen zu den wenigen öffentlichen Auftritten des früheren King of Pop seit Sommer 2005. Seit seinem Freispruch vom Vorwurf des Kindesmissbrauchs vor bald zwei Jahren lebt Jackson ("Stranger In Moscow") fast völlig zurückgezogen, meist in Bahrain. Berichten zufolge ist der Popstar hoch verschuldet.

stx/AFP

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