Uschi Glas: Eisernes Schätzchen - DER SPIEGEL
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Uschi Glas Eisernes Schätzchen

• aus DER SPIEGEL 9/2024

Für einige war sie die erzkonservative CSU-Unterstützerin, für viele war sie das Schätzchen der Nation. Die Schauspielerin legt Wert darauf, keiner der beiden Zuschreibungen zu entsprechen, und nennt ihre Bio­grafie: »Ein Schätzchen war ich nie«. Das Buch schenkt sich Uschi Glas, die 1968 mit der Komödie »Zur Sache, Schätzchen« ihren Durchbruch hatte, zum 80. Geburtstag. Dass sie die hübsche Naive nur spielte – wenn auch mit großer Überzeugungskraft –, macht sie auch in einer Dokumentation über ihr Leben klar (»Uschi Glas – Ich weiß, wo ich herkomm’«), die die Jubilarin ehrt. Darin führt Glas durch die Wohnung in Landau an der Isar, in der sie einen Teil ihrer Kindheit ver­brachte (»Wie klein das war, Wahnsinn«), erzählt von ihrer Schulzeit als Protestantin unter Katholiken (»Ich kann gut nachvollziehen, wie man sich fühlt, wenn man ausgegrenzt wird«) und von ihrem ersten Kind, das sie 1976 noch unverheiratet zur Welt brachte: »Das hat man von der spießigen Uschi Glas nicht erwartet, dass die so frech ein Kind kriegt.« Geheiratet hat sie 1981, vor der Geburt des zweiten Kindes. Spießig und konservativ – dieses Verdikt erhielt Glas, weil sie sich Ende der Sechzigerjahre weigerte, den Sozialdemokraten Willy Brandt öffentlich zu unterstützen, glaubt sie. Bald war sie »die schwarze Uschi«. Das Etikett entstand auch, weil ein Foto kursierte, das sie zusammen mit dem bayerischen CSU-Politiker Franz Josef Strauß zeigte, berichtet sie in ihrer Biografie. Sie habe sich nicht erpressen lassen wollen, auf ihrem Standpunkt beharrt und dann keine Engagements mehr von jungen deutschen Filmemachern er­halten. Unbeugsamkeit scheint eine starke Charaktereigenschaft von Uschi Glas zu sein. Kurz vor ihrem 80. Geburtstag sagte sie in einem Interview: »Wenn du nicht alt werden willst, musst du vorher sterben. Und dann wäre es dumm gelaufen.«

ks
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