Verprügelte Rihanna: Der "Wow"-Effekt - DER SPIEGEL
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Foto: LUCY NICHOLSON/ REUTERS

Verprügelte Rihanna Der "Wow"-Effekt

Chris Brown verbüßt eine Bewährungsstrafe, weil er Popsängerin Rihanna brutal verprügelte. Jetzt startet der 19-Jährige eine Medienoffensive. Er liebe seine Ex-Freundin, beteuert er allerseits. Das Foto der brutal zugerichteten 20-Jährigen löste Gefühle bei ihm aus, die er mit "Wow" umschreibt.
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Los Angeles - Beim Beichtvater der amerikanischen Fernsehnation, CNN-Journalist Larry King, darf Chris Brown sein Herz ausschütten.

Der 19-jährige Sänger, der seine damalige Freundin Rihanna im Februar dieses Jahres brutal verprügelte, erschien mit seiner Mutter und seinem Anwalt zu einem Interview, das am Mittwochabend ausgestrahlt werden soll. Zeitgleich wird die Kernaussage des Gespräches - "Ich liebe Rihanna noch immer" - auch vom amerikanischen Boulevardmagazin "People" verbreitet, das am Freitag erscheinen wird.

Als Chris Brown und seine damalige Freundin Rihanna gemeinsam im Auto unterwegs waren, kam es zum Streit. Der Sender CNN zitiert den Polizeibericht, wonach sich Brown wie von Sinnen auf die Sängerin stürzte. Er schlug sie, wobei ein "großer Ring", den er an der rechten Hand trug, erhebliche Gesichtsverletzungen bei Rihanna verursachte. Er biss sie in Finger und Ohr, nahm sie in den Schwitzkasten und würgte sie, bis sie fast die Besinnung verlor. Zudem drohte er, sie umzubringen.

Brown ist mittlerweile rechtskräftig zu einer Haftstrafe von fünf Jahren verurteilt, die jedoch zur Bewährung ausgesetzt wurde. Zudem muss er ein halbes Jahr lang gemeinnützige Arbeit leisten.

Karrieretechnisch ist es nun an der Zeit, Schadensbegrenzung zu betreiben und das denkbar miserable Image zu reparieren. Wohl zu diesem Zweck erschien Brown, im himmelblauen Sweater mit Seidenfliege, bei "Larry King", um eine Generalbeichte abzulegen.

"Ich stehe immer noch unter Schock", sagte Brown. Als er den Polizeibericht gelesen habe, sei das so gewesen, als lese er Dinge über einen Fremden. "Das bin ich nicht, das ist nicht der Mensch, der ich sein will", artikuliert Brown und fügt unbeholfen hinzu: "Ich weiß nicht, was ich darüber denken soll. Ich denke einfach "Wow", es kommt mir völlig verrückt vor."

Das Foto von Rihannas geschundenem Gesicht werde ihn "immer" verfolgen und sein Leben bestimmen. "Wenn ich es mir anschaue, dann ... wow, dann kann ich nicht glauben, dass das tatsächlich passiert ist."

Anwalt und Mutter beteuerten, dass Brown ein im Grunde guter Kerl sei - der gewalttätige Ausbruch könne seine Ursache darin haben, dass auch sein Stiefvater gewalttätig gewesen sei und Browns Mutter geschlagen habe. Niemand habe ihm beigebracht, wie er seine Gefühle und Aggressionen im Zaume halten könne. Der Übergriff auf Rihanna sei eine einmalige Angelegenheit.

Dem widersprechen Recherchen von CNN, wonach es schon vor dem Übergriff im Februar 2009 zu mindestens zwei gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen dem Paar gekommen sein soll.

Brown bestätigte, dass er sich nun per Gerichtsbeschluss Rihanna nicht mehr nähern dürfe. Man werde jedoch trotzdem befreundet bleiben.

pad

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