Jack Layton: Wahlkampf bizarr
Wahlkampf bizarr Spitzenkandidat macht den Wettermann
Toronto - Am 2. Mai wählt Kanada seine neue Regierung. In der heißen Endphase des Wahlkampfs fällt ein Mann durch besonderen Einsatz auf: Jack Layton, Chef der Neuen Demokratischen Partei (NDP). Der 60-Jährige gibt sich auf seiner Tour durch das Land volksnah. Er serviert Kaffee im Drive-through eines Fast-Food-Restaurants, er trinkt Bier in einer Sportbar - und er moderiert die Wetternachrichten im privaten TV-Sender CTV.
Nach seinem Auftritt am Dienstag bekam Layton Applaus von der Crew im Studio. Er machte seine Sache vor dem "Green Screen", auf dem im Studio selbst nichts zu sehen ist, offenbar recht gut. Ein bisschen Wahlkampf konnte er sich jedoch auch bei seiner Wetter-Performance nicht verkneifen. Minus ein Grad kalt sei es in Yellowknife im Nordwesten Kanadas, sagte er. "Die anderen Parteichefs sind dort gerade wieder weg", so Layton, "ich werde hinfahren und versuchen, es dort bald wieder wärmer zu machen."
Umfragen bescheinigen Layton eine steigende Popularität im Volk - vor allem im Vergleich zu Michael Ignatieff, dem Anführer der ebenfalls oppositionellen Liberalen. Uneinholbar vorn in der Gunst der Wähler liegt allerdings Ministerpräsident Stephen Harper. Seine Konservativen können erneut mit einem Wahlsieg rechnen - eine Mehrheit ist allerdings nicht gesichert.
Die Opposition hatte die Minderheitsregierung Harpers Ende März mit einem Misstrauensvotum gestürzt. Damit kommt es zum vierten Mal in sieben Jahren zu Neuwahlen in Kanada.