Kleiderwahl bei Grammys: "Sie haben nichts zu Beinen gesagt!"
Grammys Der Kleiderordnung ein Bein gestellt
Los Angeles - "Ich dachte, ich sei so ein gutes Mädchen." Mit diesem Satz kommentierte Popstar Jennifer Lopez am Rande der Grammy-Verleihung ihre diesjährige Kleiderwahl im Hinblick auf den zuvor vieldiskutierten Dresscode: Die Damen sollten weniger nackte Haut zeigen und vor allem ihre Brüste bedecken. Also verhüllte Lopez ihr Dekolleté - dafür ragte aber fast das gesamte rechte Bein aus ihrer schwarzen Robe. "Sie haben nichts zu Beinen gesagt!", so Lopez schlagfertig.
Auch andere Stars setzten sich mehr oder weniger über die Kleiderwünsche hinweg. Die Robe von Sängerin Kelly Rowland war zwar ebenfalls bodenlang, war aber an vielen - und teils recht delikaten - Körperstellen ziemlich durchsichtig. Die Sängerinnen Ashanti und Natasha Bedingfield zeigten sich mit tiefen Ausschnitten. Katy Perry kleidetet sich für ihre Verhältnisse sehr züchtig: Sie trug ein enges Kleid in Türkis mit langen Ärmeln und kleiner Schleppe - aber mit einem sehr freizügigen Ausschnitt.
Der US-Sender CBS, der die Grammy-Gala überträgt, hatte Medienberichten zufolge mit einer Mail an die prominenten Teilnehmer verhindern wollen, dass zu viel nackte Haut zu sehen ist. In dem Schreiben, das die Klatschseite deadline.com veröffentlicht hatte, wurden die Stars gleich im ersten Absatz aufgefordert, "Gesäß und weibliche Brüste angemessen" zu bedecken. Gucklöcher an der Kleiderseite, Schlitze unterm Dekolleté - das alles sei äußerst problematisch, hieß es in der "Wardrobe Advisory".
In den USA gelten nackte Brüste im Fernsehen als Tabu. Bei Live-Übertragungen hatte zu viel bloße Haut immer wieder Skandale ausgelöst.