Wiener Opernball: Ruby, "Mörtel" und der Eighties-Fiesling - DER SPIEGEL
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Wiener Opernball Ruby, "Mörtel" und der Eighties-Fiesling

Dreivierteltakt statt Bunga Bunga: Beim Wiener Opernball drehte sich alles um Richard "Mörtel" Lugner und seine skandalumwitterte Eskorte Ruby Rubacuori. Doch Berlusconis Mädchen für alles präsentierte sich handzahm - und bezauberte sogar einen legendären TV-Bösewicht.
Wiener Opernball: Ruby, "Mörtel" und der Eighties-Fiesling
Wiener Opernball: Ruby, "Mörtel" und der Eighties-Fiesling

Wiener Opernball: Ruby, "Mörtel" und der Eighties-Fiesling

Foto: Ronald Zak/ AP
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Wiener Opernball

Wien - Die Kameraleute des österreichischen Fernsehens waren angewiesen, sie zu ignorieren und auch die geladenen Gäste taten ihr Bestes, den Rummel um Ruby Rubacuori auszublenden. Trotzdem gab es beim 2011 nur ein Thema: die skandalträchtige Begleiterin von Bauunternehmer Richard "Mörtel" Lugner.

Silvio Berlusconi

Als das Paar dann tatsächlich vorfuhr und sich im Blitzlichtgewitter den Weg in die Loge bahnte, hatte Lugner sein Ziel bereits erreicht. Der 78-Jährige war mit Starlet am Arm der Mittelpunkt des Abends. Immerhin wurde Karima el-Marough alias Ruby "berühmt" durch ihre angebliche Affäre mit . Die Mailänder Staatsanwaltschaft wirft dem italienischen Ministerpräsidenten vor, bei ausschweifenden Partys zwischen Februar und Mai 2010 die damals minderjährige Marokkanerin für Sex bezahlt zu haben.

Wer allerdings, von der bloßen Anwesenheit des Teenagers einmal abgesehen, insgeheim auf einen echten Skandal gehofft hatte, wurde enttäuscht. Die Berlusconi-Gespielin zeigte sich seit ihrer Ankunft in Wien freundlich-seriös und betonte, nach dem Rummel wieder eine ganz normale junge Frau sein zu wollen.

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Opernball in Wien: Riesenrummel um Ruby

Foto: Ronald Zak/ AP

Damit schien die 18-Jährige dann auch die ursprünglich entsetzten Organisatoren besänftigt zu haben. "Ich werde jeden Gast auf der Feststiege begrüßen, egal wer er ist und woher er kommt", kündigte Ballmutter Desirée Treichl-Stürgkh kurz vor der Veranstaltung in der Zeitung "Österreich" an. Im Vorfeld hatte sie den Besuch des Mädchens noch als "Lugners größte Peinlichkeit" bezeichnet.

J.R. Ewing mit Cowboy-Hut beim Fotoshooting

Schließlich will Treichl-Stürgkh gemeinsam mit dem neuen Staatsoperndirektor Dominique Meyer den Fokus der Veranstaltung wieder mehr auf die Hochkultur legen und den Opernball zu einem "Künstlerball" machen. Erstmals spielten die Wiener Philharmoniker auf, die lettische Sängerin Elina Garanca absolvierte einen Auftritt. Auch ihre Kollegin Anna Netrebko mischte sich mit Partner Erwin Schrott unter das Feiervolk - allerdings nur zum Walzertanzen und nicht zum Singen.

Der Musiker und Friedensaktivist Bob Geldof nutzte den Besuch des Walzerspektakels für Gespräche mit Politikern zum Kampf gegen den Hunger. Trotz dieser hehren Ziele ging auch an dem 59-Jährigen die Aufregung um den Opernball-Skandal 2011 nicht spurlos vorbei: "Sie schläft gerne mit älteren Männern, vielleicht habe ich auch eine Chance", sagte er der österreichischen Nachrichtenagentur APA.

Für TV-Liebhaber war jedoch ein anderer Gast deutlich interessanter als Fräulein Rubacuori. Immerhin hatte "Mörtel" Lugner niemand anderen als den Schauspieler Larry Hagman alias Bösewicht J.R. Ewing aus der Achtziger-Jahre-Kultsendung "Dallas", nach Wien geladen. Der 79-Jährige posierte neben Ruby stilecht im Frack und mit Cowboy-Hut für die Fotografen - und verlieh dem Abend dann doch noch eine kleine Prise positiven Trash-Faktor.

jok/dpa