Levke-Prozess: Hoffmann wollte als psychisch krank gelten - DER SPIEGEL
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Levke-Prozess Hoffmann wollte als psychisch krank gelten

Der mutmaßliche Mörder der Kinder Levke und Felix hat versucht, sich als seelisch krank darzustellen. Marc Hoffmann habe das Ziel verfolgt, für schuldunfähig erklärt zu werden. Dann hätte er nach dreijähriger Therapie wieder freikommen können, sagte der psychiatrische Hauptgutachter.
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Stade - Wie der Facharzt Norbert Leygraf heute vor dem Stader Landgericht aussagte, wollte Hoffmann mit "zweckgerichteten Angaben" eine Einstufung als schuldunfähig erreichen. Das Ziel des Angeklagten sei gewesen, in die Psychiatrie zu kommen und nach drei Jahren Behandlung entlassen zu werden, sagte Leygraf.

Leygraf berichtete, er habe den Vorstellungen des Angeklagten widersprochen. Danach habe Hoffmann erklärt: "Dann war alles umsonst, was ich Ihnen erzählt habe. Dann haben Sie mich nicht verstanden." Leygraf hatte Hoffmann vor Beginn der Verhandlung für voll schuldfähig erklärt. Die Frage ist wesentlich für das Strafmaß. Sollte das Gericht dieser Einschätzung nämlich folgen, muss der arbeitslose Installateur mit einer lebenslangen Freiheitsstrafe rechnen - eventuell ohne die Möglichkeit einer Entlassung schon nach 15 Jahren.

Auf Beschluss des Gerichts sagte der Psychiater heute nur zu Angaben Hoffmanns über die Morde an den Kindern Levke und Felix sowie über den schulischen und beruflichen Werdegang des Angeklagten öffentlich aus. Die Verhandlung wurde nach rund 70 Minuten unter Ausschluss der Öffentlichkeit fortgesetzt, um Persönlichkeitsrechte des Angeklagten zu schützen.

Hoffmann muss sich seit dem 9. Mai wegen schweren sexuellen Missbrauchs und Ermordung der achtjährigen Kinder aus Cuxhaven und aus Neu Ebersdorf im Landkreis Rotenburg verantworten. Zum Prozessauftakt hatte er über eine Erklärung seiner Verteidiger die Taten gestanden. Der psychiatrische Gutachter ist als bislang letzter Zeuge in dem Verfahren benannt.