Lewinsky: Sex mit Clinton war gleichberechtigt - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Lewinsky Sex mit Clinton war gleichberechtigt

Monica Lewinsky hat ein Exklusivinterview dazu genutzt, um ihre Affäre mit Bill Clinton ins rechte Licht zu rücken. Der sexuelle Kontakt mit dem früheren US-Präsidenten sei nicht so einseitig wie von ihm geschildert gewesen, verriet die berühmteste Praktikantin der Welt.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Washington - Lewinsky bezeichnete ihr Verhältnis mit Clinton als eine auf Gegenseitigkeit beruhende Beziehung. Es sei nicht, wie von Clinton geschildert, eine einseitige Affäre gewesen, in der sie ihm sexuell zu Gefallen gewesen sei, sagte Lewinsky dem TV-Sender CNN.

Clinton hatte stets erklärt, er habe keine sexuelle Beziehung zu ihr gehabt, sondern sich nur oral befriedigen lassen. Diese Erklärung bezeichnete Lewinsky als "ungeheuer erniedrigend".

Lewinsky, die in dem einstündigen Interview gelöst und entspannt wirkte, konnte freier reden, weil sie nicht mehr durch eine Immunitätsvereinbarung gebunden ist. Sie erklärte, sie habe sich nach dem Ende der Beziehung von der Justiz unfair verfolgt gefühlt. Sie sei aus politischen Gründen ausgenutzt worden. Die Ermittlungen hätten in keinem Verhältnis zu dem Geschehen gestanden, erklärte die ehemalige Praktikantin im Weißen Haus.

Clinton habe die Beziehung zu ihr nach zwei Jahren beendet, berichtete Lewinsky. Er habe gesagt, das Ganze sei "nicht richtig". Ihre Gefühle für Clinton heute schilderte Lewinsky als "mehr oder weniger neutral". Jedenfalls sei sie nicht mehr wütend auf den früheren Präsidenten.