Libanon Fünfte Festnahme wegen Kofferbomben
Beirut - Die libanesischen Behörden hätten die Person mit den Initialen "A.H." heute inhaftiert, hieß es. Der Verdächtige stamme aus der Stadt Akkar im Norden des Libanon. Der Mann sei nach entsprechenden Hinweisen von zwei anderen Verdächtigen festgenommen worden, die bereits in libanesischer Haft seien.
Im Libanon ist derzeit der 20-Jährige Dschihad Hamad inhaftiert. Aufgrund seiner Aussagen war vergangenen Freitag bereits der 24-jährige Libanese K. H. D. aus der Stadt Akkar verhaftetet worden. Somit sitzen jetzt drei junge Libanesen in ihrer Heimat wegen der Kofferbombenanschläge in Haft. In Deutschland wurden bislang der Libanese Youssef Mohamad al-Hajdib und der Syrer Fadi A.S. verhaftet.
Der Bundesanwaltschaft in Karlsruhe zufolge gibt es derzeit keine neuen Erkenntnisse bei den Ermittlungen. Die mutmaßlichen Bombenleger haben nach Einschätzung des Terrorismus-Experten Guido Steinberg keiner größeren Organisation angehört. Der Mitarbeiter der Stiftung Wissenschaft und Politik in Berlin, die Bundestag und Bundesregierung berät, sagte dem WDR: "Ich denke, dass sie Einzeltäter waren, dass es sich also um zwei oder möglicherweise drei, wie man jetzt festgestellt hat, Jugendliche handelte, die doch weitgehend eigeninitiativ gehandelt haben."
Steinberg sagte allerdings auch, die Einschätzung der libanesischen Regierung, dass eine Verbindung der Männer zu al-Qaida möglich sei, halte er für nicht völlig abwegig. "Man muss dabei abwarten, was für angebliche Nachweise die Libanesen da gefunden haben." Der Experte gab zu bedenken, dass die Anbindung europäischer Zellen an größere Organisationen immer schwächer würden. "Es kann sich da ja auch um eine rein ideologische Anbindung handeln."
str/reuters /AP