Libanon Massaker im Ministerium
Beirut - Als dem Täter die Munition ausgegangen war, habe er die Waffen fallen lassen, sei die Treppe hinab gegangen und habe sich eine Zigarette angezündet, erklärte ein Augenzeuge. Dann sei die Polizei eingetroffen und habe ihn festgenommen.
Der 43-Jährige, der am Mittwoch spät zur Arbeit erschienen war, hatte zuvor im Büro des Bildungsministeriums erfahren, das sein Antrag auf ein Darlehen in Höhe von umgerechnet fast 12.970 Euro abgelehnt worden war. Daraufhin sei er wutentbrannt in zwei andere Räume gestürmt. Er habe seine Kollegen auf einen Balkon gedrängt und kurz darauf das Feuer auf sie eröffnet, erklärte Bildungsminister Abdel Rahim Mrad in Beirut.
Nach Angaben von Kollegen trug der Täter zwei Pistolen und eine Kalaschnikow bei sich. Der Mann habe seit 23 Jahren bei der Behörde gearbeitet. Er soll vor der Tat einen Nervenzusammenbruch erlitten haben und hoch verschuldet gewesen sein. Einen Kredit zu bekommen, sei seine letzte Hoffnung gewesen, hieß es nach Medienberichten. Ein Augenzeuge sagte: "Ich glaube, er wollte seine Kollegen als Geiseln nehmen, aber als die Polizei kam, ist er durchgedreht."