Liebe auf italienisch Casanovas mit Komplexen
Rom - So selbstsicher, wie alle denken, sind die italienischen Männer bei weitem nicht. 37 Prozent machen sich Sorge, dass sie im Bett nicht gut genug sind. Nur 21 Prozent halten sich für sexy. In der Studie der Werbeagentur EURO RSCG wurden über 1600 Menschen aus acht Ländern per Internet nach ihren sexuellen Vorlieben befragt. Der Studie zufolge haben nur zwei Prozent der Italiener täglich Sex.
Wenn es nicht in der Reallität zur Sache geht, dann rühmen sich die Italiener wenigstens mit ihrer blühenden Phantasie. 60 Prozent würden gerne Sex im Flugzeug oder Zug haben, 49 Prozent einen One-Night-Stand. Allerdings haben nur 16 bzw. 29 Prozent ihre Wünsche auch verwirklicht. Für die Sexualtherapeutin Maria Rita Parsi ist deshalb klar: "Die Italiener sagen, sie wären große Romantiker, ich sage, sie sind einfach nur große Schwätzer, wie im richtigen Leben!" Ein Grund für die gehemmte Liebeslust der Italiener könnte die Religion sein, so die Studie. Demnach sind die Italiener von Schuldgefühlen geplagt, falls sie ihren Trieben freien Lauf lassen. Immerhin sorgen sich zehn Prozent um ihre "nicht normalen" Phantasien. Über 30 Prozent schämen sich sogar dafür. "Ich glaube, dass die Italiener noch Schwierigkeiten haben, ihre sexuellen Wünsche zu äußern, da sie ja vielleicht pervers sein könnten", erklärt Roberta Rossi vom Institut für klinische Sexualität der Universität Rom.
Für viele junge Leute ist Glaube kein Hindernis, das meint zumindest der 29-Jährige Silvio aus Rom: "Nein, ich glaube, in unserer Generation spielt die Religion und die Scham keine Rolle mehr!"