Lima Feuerwerkskörper verursacht Brandkatastrophe
Lima - "60 Tote haben wir in den Straßen gefunden und wir wissen nicht, wie viele noch in den Gebäuden sind", sagte Feuerwehrchef Tulio Nicolini laut BBC. 40 Menschen würden noch vermisst. Nach Angaben von Gesundheitsminister Luis Solari wurden etwa 115 Menschen in Krankenhäuser gebracht. Die Polizei sprach von 200 Verletzten.
Der Brand war gegen 20 Uhr Ortszeit in einem Laden für Feuerwerksartikel ausgebrochen. Die Detonation eines Böllers habe eine Kettenreaktion anderer Knallkörper ausgelöst. Zu der Zeit waren den Berichten zufolge sehr viele Menschen unterwegs, um für die Silvester- und Neujahrsfeiern einzukaufen. Das Einkaufszentrum liegt in der historischen Altstadt Limas und umfasst mehrere drei- und vierstöckige Gebäude.
Der Brand verbreitete sich rasend schnell in den Geschäften des Zentrums. Unter den Besuchern brach eine Panik aus. Etliche Ladenbesitzer schlossen aus Angst vor Plünderungen ihre Geschäfte ab und sperrten sich so selbst ein. Viele Menschen flüchteten auf die Dächer. Auch Taxifahrer vor dem Gebäude sollen Opfer der Flammen geworden sein.
"Ich habe die Überreste von Menschen in ihren Autos und Leichen auf den Straßen gesehen", sagte Feuerwehr-Chef Nicolini. "Das ist der Horror." Die rund 440 Feuerwehrleute brauchten nahezu vier Stunden, bis sie gegen Mitternacht den Brand unter Kontrolle hatten. Erschwert wurde ihre Arbeit durch einen Mangel an Wasser, auch Schaulustige hätten die Retter behindert. Drei Gebäude wurden laut BBC zerstört, etliche Opfer seien verbrannt oder am Rauch erstickt. Eine CNN-Reporterin berichtete, dass es in den Gebäuden keine Notausgänge gegeben habe.
Perus Präsident Alejandro Toledo verkündete für Sonntag und Montag eine Staatstrauer. Innenminister Fernando Rospigliosi sprach von einer "Schande" für das Land und forderte ein Verbot von Feuerwerkskörpern.
Durch Knallkörper und Raketen ist es in den vergangenen Jahren immer wieder zu schweren Unglücken mit Todesopfern gekommen. Eine der schwersten Katastrophen ereignete sich am 22. Mai 2000 in der niederländischen Stadt Enschede als eine Feuerwerksfabrik mitten in einem Wohngebiet in die Luft flog. 22 Menschen verloren ihr Leben. Ein ganzes Viertel wurde zerstört.
Auch in China, dem weltweit größten Hersteller und Verbraucher von Feuerwerkskörpern, werden immer wieder Menschen durch Explosionen getötet. So kamen Mitte September 20 Menschen bei zwei Explosionen in illegalen Feuerwerksfabriken ums Leben. In dem riesigen Land gibt es etliche Feuerwerkshersteller, die illegal und oft mitten in Wohnviertel ihre Werkstätten betreiben.