Limburger Generalvikar Rösch vertritt Tebartz-van Elst - DER SPIEGEL
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Generalvikar Rösch Der Mann, der nun die Geschäfte in Limburg führt

Undankbare Aufgabe nennt man das, was auf Wolfgang Rösch zukommt: Er wird ab sofort als Generalvikar die Amtsgeschäfte im gebeutelten Bistum Limburg führen. Er soll eine Eigenschaft haben, die momentan sehr gefragt sein dürfte.
Franz-Peter Tebartz-van Elst und Wolfgang Rösch: Ab sofort Generalvikar
Franz-Peter Tebartz-van Elst und Wolfgang Rösch: Ab sofort Generalvikar

Franz-Peter Tebartz-van Elst und Wolfgang Rösch: Ab sofort Generalvikar

Foto: Roger Töpelmann/ dpa
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Wiesbaden - "Schade, einfach nur schade", sagte Stefan Fink Anfang Oktober dem "Wiesbadener Tagblatt". Fink ist Vorsitzender der Stadtversammlung der Wiesbadener Katholiken, er hatte zu kommentieren, dass Stadtdekan Wolfgang Rösch Wiesbaden verlassen wird. Drei Jahre war Rösch im Amt, nun zog es ihn nach Limburg, als Generalvikar des Bistums.

Seit Mittwoch steht fest: Rösch, 54 Jahre alt, wird sein neues Amt nicht wie bisher vorgesehen am 1. Januar 2014 antreten, sondern ist ab sofort Generalvikar in Limburg, als eine Art Stellvertreter von Franz-Peter Tebartz-van Elst überimmt er die Amtsgeschäfte. Papst Franziskus hat den Bischof auf unbestimmte Zeit abgezogen, keiner weiß, ob es eine Rückkehr geben wird.

Das Bistum ist durch den Skandal um seinen Bischof schwer erschüttert, es erlebt eine enorme Vertrauenskrise der Gläubigen, die Zahl der Unterstützer des Bischofs ist inzwischen sehr überschaubar geworden. Undankbar nennt man solch eine Aufgabe, wie sie nun auf Rösch zukommt.

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Tebartz-van Elst: Auszeit von den Amtsgeschäften

Foto: VINCENZO PINTO/ AFP

Stefan Fink aber hat keine Zweifel, dass Rösch sie bewältigen kann. "Mit seiner Besonnenheit ist er bestens geeignet, nun in Limburg für etwas Ruhe zu sorgen", sagte er SPIEGEL ONLINE. Und gefragt nach der Eigenschaft, die Rösch auszeichnet, nennt Fink ein Merkmal, das in Limburg derzeit gefragt sein dürfte: "Er ist ein bescheidener Mann."

Geboren wurde Rösch 1959 in Wiesbaden, er wuchs zusammen mit drei Brüdern im idyllischen Rheingau auf. Als Kind habe er sich in Gottesdiensten gelangweilt, gestand er zu seinem Amtsantritt in Wiesbaden der "Frankfurter Rundschau".

Über Maschinenbau zur Theologie

Rösch hat nicht den direkten Weg in den kirchlichen Dienst gewählt: Er studierte zunächst fünf Jahre lang Maschinenbau in Darmstadt. Während des Studiums besuchte er Bibelkreise, dort, so erzählte er, sei der Wunsch entstanden, sich der Kirche auch beruflich zuzuwenden. Er studierte schließlich Theologie in Frankfurt am Main und Rom, 1990 wurde er zum Priester geweiht.

Eine erste Pfarrstelle hatte er im Limburger Raum, später wurde er zum Leiter des Limburger Priesterseminars berufen. Danach war er wieder als Pfarrer tätig.

Im November 2010 wurde er Stadtdekan von Wiesbaden. Der 75-jährige Franz Kaspar, Röschs Vorgänger im Amt des Generalvikars von Limburg, führte ihn in das neue Amt ein. Auch Kaspar sehen viele in der Mitverantwortung, wenn es um die extrem gestiegenen Kosten für das neue Diözesane Zentrum in Limburg geht.

Nachdem die Kritik an Tebartz-van Elst in den vergangenen Wochen immer lauter geworden war, hatte sich auch Rösch geäußert: "Ich kann mir schwer vorstellen, dass das noch konstruktiv gewendet werden kann", sagte er der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". Wenn der Bischof Limburg verlasse, wäre seine Ernennung zum Generalvikar hinfällig und er dürfe in Wiesbaden bleiben, hatte Rösch gesagt.

Das klang fast so, als wünschte sich der Stadtdekan, weiter in seiner Gemeinde arbeiten zu können. Doch nun kommt es auf Weisung des Vatikans anders - und Rösch steigt gleich zum kommissarischen Leiter auf. Damit ist er plötzlich selbst dafür verantwortlich, das Blatt in Limburg "konstruktiv" zu wenden.

bim/dpa