Fashion Week London: Ungewöhnlicher Auftakt
Fashion Week in London Erst Kirche, dann Catwalk
London - Nur einen Tag nach dem Ende der Modewoche in New Work hat die Fashion Week in London begonnen. 5000 Journalisten und Einkäufer aus der ganzen Welt tummeln sich an der Themse, wo 78 Modeschöpfer bis zum 24. Februar ihre neuen Herbst/Winter-Kollektionen vorstellen werden.
Der Auftakt war ungewöhnlich: Rapper Kanye West, Designerin Victoria Beckham und weitere Stars der Mode- und Showbranche versammelten sich vor dem Gang zum Catwalk zunächst in der St. Paul's Cathedral. Mit einem Gottesdienst wurde dort an die im vergangenen Jahr gestorbene britische Modedesign-Professorin Louise Wilson erinnert.
Wilson hatte die britische Modeszene am Central Saints Martins College über zwei Jahrzehnte geprägt. Zu ihren Schützlingen gehörten die Designer Jonathan Saunders, Sophia Kokosalaki und Christopher Kane sowie der schon 2010 gestorbene Mode-Superstar Alexander McQueen.
Gareth Pugh - der neue Alexander McQueen?
Als neuer McQueen wird in Fachkreisen der Brite Gareth Pugh gehandelt, dessen Auftritt in der Hauptstadt mit großer Spannung erwartet wird. Der Londoner bringt seine Werke nach sieben Jahren in Paris und einem Gastspiel in New York erstmals wieder in der Heimat auf den Laufsteg.
Im Rahmen ihrer Fashion Week setzen die Londoner stark auf Talente von der Insel. Viele internationale Designer gehen dagegen nicht mit ihrer ersten Kollektion, dafür aber mit kreativeren Varianten an den Start. Die "Vogue" bezeichnete die Schau in London daher als die kreativste unter den großen Vier, zu denen noch New York, Paris und Mailand zählen.
Unter anderem werden Anya Hindmarch, der Trench-Coat-Schneider Burberry, Gummistiefel-Hersteller Hunter Original, Paul Smith, Pringle of Scotland, Topshop Unique und Vivienne Westwood ihre Produkte zeigen. Die Veranstalter ließen wissen, die Modebranche trage mittlerweile 26 Milliarden Pfund (35,2 Milliarden Euro) zum britischen Bruttoinlandsprodukt bei. Das sind fünf Milliarden Pfund mehr als noch 2009.
Zur Einstimmung auf die Fashion Week hatte das britische Supermodel Naomi Campbell bereits am Donnerstag die 61. Auflage mit einer großen Charity-Show eingeleitet. Am Abend vor der offiziellen Eröffnung versammelte die 44-Jährige zahlreiche Prominente der Modebranche, um Geld für ihre Stiftung "Fashion for Relief" einzuholen. Die Erlöse sollen dem Kampf gegen Ebola zugute kommen.