London Fashion Week Ausgeflippt und gesund
Hamburg - Reisen war eine der wichtigsten Inspirationen der Modedesigner am ersten Tag der London Fashion Week. So auch für Ben de Lisi. Der gebürtige US-Amerikaner und Wahl-Londoner holte sich die Anregungen für seine Kollektion bei Frauen aus dem Jet-Set, die sich an glamourösen Orten wie den Hamptons oder am Mittelmeer entspannen.
Dabei herausgekommen sind ganz unterschiedliche Entwürfe: Vom schlichten Schwarz-Weiß bis hin zu Tops, die in den Regenbogen-Farben schillern. Ein Trend bei de Lisi: Eine Schulter bleibt frei. Ganz im Trend war de Lisi bei seiner Show am Samstag, was die Gesundheitswelle bei den Models angeht: Hinter der Bühne gab es ein Buffet mit gesundem Essen und frischen Säften. "Wenn die Mädchen nicht gesund und glücklich sind, dann kommen sie nicht auf meinen Laufsteg", sagte de Lisi.
Die Modebranche versucht, ihr Image aufzubessern. Die großen Designer und Modehäuser haben es schwer, ihr Eintreten gegen Kinderarbeit, echte Pelze und für faire Löhne nach außen glaubhaft zu machen. Einer Umfrage des TNS Worldpanel Fashion zufolge, glauben 45 Prozent der 7000 befragten Kunden solchen Aussagen über die ethischen Ziele einer Firma nicht.
Auch die Präsentationen selbst waren in die Schlagzeilen geraten: Der Tod von drei untergewichtigen Models 2006 entfachte die Diskussion um sogenannte Mager-Models. Um zu vermeiden, dass zu magere Frauen über den Laufsteg gehen, sollen sich nach Meinung der Londoner Organisatoren, dem British Fashion Council, alle Designer verpflichten, keine Models unter 16 Jahren zu engagieren. Zudem seien Drogentests geplant und medizinische Untersuchungen empfohlen. Grundsätzlich wolle man aber niemanden mit einem zu geringen BMI (Body-Mass-Index) ausschließen, hieß es: Organisierte Kontrollen mit der Waage seien diskriminierend.
sac/dpa/Reuters