Londoner Zeitung Namen und Fotos von Kinderschändern im Blatt
London - Die Zeitung aus dem Hause des Verlegers Rupert Murdoch druckte Angaben über 49 Kinderschänder und kündigte an, die Aktion fortzusetzen, bis sämtliche 110 000 in Großbritannien einschlägig verurteilten Männer und Frauen öffentlich genannt worden seien. Das Blatt mit einer wöchentlichen Auflage von 3,9 Millionen Exemplaren begründete sein Handeln mit der Empörung über die Ermordung einer Achtjährigen, deren Leiche in der vergangenen Woche gefunden worden war. 64 Prozent aller Kinderschänder würden rückfällig.
"Dieses Vorgehen könnte die Täter in den Untergrund treiben, und das könnte die Versuche der Behörden zunichte machen, diese Leute zu beobachten", kritisierte ein Sprecher der Organisation für die Resozialisierung von Straftätern. In Großbritannien werden alle Sexualtäter registrierte und unterliegen an ihrem Wohnort - zumindest theoretisch - einer besonderen Beobachtung durch die Polizei. "Es besteht die Gefahr, dass Pädophile von Ort zu Ort getrieben werden", sagte auch die Sprecherin von "Childline" einer Organisation zum Schutz von Kindern.
Die hohe Rückfallquote beweise, dass die Beobachtung durch die Behörden nicht funktioniere, entgegnete eine Sprecherin des Boulevardblatts. Die Veröffentlichung diene der Unterrichtung der Eltern, damit diese besser auf ihre Kinder aufpassen könnten. Das Blatt habe zwar Wohnorte, nicht jedoch die genauen Adressen der Täter angegeben, um Selbstjustiz zu verhindern.