Los Alamos Brand nähert sich Atomlabor
Los Alamos - "Unsere umfangreichen nuklearen Materialien im gesamten Bereich sind sicher", sagte Richardson. "Sie lagern in feuersicheren Gebäuden." Es fänden ständig radiologische Tests statt. Bisher sei keine Radioaktivität ausgetreten. "Das Plutonium ist dort am sichersten, wo es sich befindet", sagte ein Sprecher des Laboratoriums. "Diese Einrichtungen sind für die nationale Sicherheit gebaut worden und können mehr aushalten als Waldbrände."
Das 110 Quadratkilometer große Areal des Atomwaffenlabors, in dem das "Manhattan-Projekt" zum Bau der ersten Atombombe der Welt beheimatet war, ist erstmals in der Geschichte wegen Feuers geschlossen. Ein Brand breitete sich um ein Betongebäude aus, in dem Waffen getestet werden.
Wegen des heftigen Windes von bis zu 100 Stundenkilometern hatten die etwa 1000 eingesetzten Feuerwehrleute nur wenig Hoffnung, das Feuer zu stoppen. Inzwischen macht den Löschmannschaften auch Wasserknappheit zu schaffen. Brennende Häuser mussten deshalb aufgegeben werden. Das Feuer hat bisher eine Fläche von 7300 Hektar erfasst. US-Präsident Bill Clinton hat New Mexico zum Katastrophengebiet erklärt, um Hilfsmaßnahmen zu beschleunigen.
Los Alamos ist unterdessen zu einer brennenden Geisterstadt geworden. Das riesige Wald- und Buschfeuer vernichtete bislang mindestens 400 Häuser und vertrieb 18.000 Menschen aus der Stadt und dem benachbarten White Rock.
Ein glühend roter Streifen, der aus einer Entfernung von 50 Kilometern zu sehen war, verfärbte den Himmel über Los Alamos. Die Flammen schossen zum Teil fast 60 Meter hoch aus den Pinienwäldern rund um Stadt im Norden New Mexicos. Wegen des Windes mussten sich die Feuerwehrleute immer wieder zum eigenen Schutz zurückziehen.
New Mexicos Gouverneur Gary Johnson sprach am Donnerstag von einer "sehr, sehr schlimmen Lage", sei aber zugleich dankbar, dass bisher keine Menschen verletzt worden seien. Das grenze "fast an ein Wunder".
Das Feuer war in der vergangenen Woche absichtlich entzündet worden, um Buschwerk im benachbarten Bandelier-Nationalpark abzubrennen und damit die Brandgefahr einzudämmen. Die Flammen gerieten aber bei starker Hitze, geringer Luftfeuchtigkeit und heftigem Wind außer Kontrolle.
Nach Fernsehberichten vom Donnerstag war in Wettervorhersagen auf die herrschende Trockenheit und die damit verbundene hohe Feuergefahr hingewiesen worden. Experten zeigten sich daher überrascht über die riskante absichtliche Entzündung. Clinton will die Praxis überprüfen lassen.