Lust am Schmerz - DER SPIEGEL
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JUGENDGEWALT Lust am Schmerz

• aus DER SPIEGEL 48/2008
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Sie schlagen, zocken Mitschüler ab oder terrorisieren ihre Lehrer: Nach Schätzungen haben etwa fünf Prozent aller Jugendlichen eine Störung des Sozialverhaltens. Wie Wissenschaftler von der University of Chicago jetzt herausfanden, steht diese Auffälligkeit möglicherweise in Zusammenhang mit neuronalen Veränderungen des Gehirns. Gewalttätige Jugendliche empfänden regelrechte Glücksgefühle, wenn sie anderen Menschen Schmerzen zufügten, erläuterte Benjamin Lahey, einer der Autoren der Studie. Die Forscher hatten Jungen im Alter zwischen 16 und 18 Jahren Fotos von Menschen gezeigt, die Schmerzen empfinden, und dabei ihre Hirnaktivität im Kernspintomografen gemessen. Während gewöhnliche Teenager darauf mit Abneigung reagieren, fehlten den aggressiven Jungen diese Gefühle. »Sie waren nicht nur gleichgültig gegenüber den Schmerzen anderer, möglicherweise hat ihnen die Darstellung sogar gefallen«, sagte Lahey. Die gezeigten Bilder hatten ihr Belohnungszentrum im Gehirn stimuliert. Zwar sagt die neuronale Aktivität nichts über die Ursachen der Verhaltensstörung aus, das Verfahren jedoch könnte helfen, psychische Störungen bei Jugendlichen frühzeitig zu erkennen.

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