Luxemburg: Geiselnahme in Kindergarten beendet - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Luxemburg Geiselnahme in Kindergarten beendet

Die Polizei hat das Geiseldrama in einem Kindergarten im luxemburgischen Wasserbillig gewaltsam beendet. Die Kinder sind unverletzt. Widersprüchliche Angaben gab es über das Schicksal des Geiselnehmers. Ein Polizeisprecher sagte zunächst, der Mann sei bei dem Einsatz eines Spezialkommandos erschossen worden. Später hieß es, der Täter sei schwer verletzt.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Luxemburg - Der Geiselnehmer von Luxemburg lebt noch. Er wurde nach Informationen der Luxemburger Polizei am Donnerstagabend mit zwei Schüssen im Kopf getroffen. Ein Spezialeinsatzkommando der Luxemburger Polizei habe auf ihn geschossen, als er mit einem Kind und einer Erzieherin den Kindergarten verlassen wollte, um sich an die Presse zu wenden. Die Kinder sind unverletzt. Nach ersten Informationen der Polizei hatte es geheißen, der Täter sei sofort den Kopfschüssen erlegen.

Der Täter hatte zeitweise mehr als 30 Kinder und die Erzieherinnen in seiner Gewalt. Noch am Mittwochabend und am Donnerstagmittag ließ er einige Kinder frei. Viele der Kinder in der "Spielschule" stammen aus portugiesischen oder französischen Familien, auch ein deutsches Kind hatte der Kidnapper als Geisel genommen.

In einem Verhandlungsmarathon rangen Psychologen der Polizei in dem weiträumig abgesperrten Zentrum der Kleinstadt um ein Ende der Geiselnahme. Auch der Therapeut des Mannes wurde in die Vermittlungsversuche eingeschaltet. Der Täter befindet sich seit längerem in psychiatrischer Behandlung.

Der Geiselnehmer ist nach Darstellung der Polizei Luxemburger, stammt aber aus Tunesien. Er sei der Polizei vorher bereits mehrmals als gewalttätig aufgefallen. Bewaffnet war er mit einer Pistole, einem Messer, einer Handgranate und einem Benzinkanister.