Madonna: Mal wieder eine neue Rolle - DER SPIEGEL
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Madonna Mal wieder eine neue Rolle

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

London - Madonna Louise Veronica Ciccone, am 16. August 1958 in Bay City (Michigan) geboren, wird gerne als "Pop-Ikone" tituliert. Ihr Vater, ein früh verwitweter Automechaniker, versuchte, seine acht Kinder streng katholisch aufzuziehen. Madonna freilich tat alles nur Mögliche, um zum Weltstar zu werden. Und ihr Vater grämte sich lange Zeit darüber, dass er seine Tochter oft nackt und in aufreizenden Posen in der Presse sah - und dass der Vatikan 1989 ihr Video "Like A Prayer" offiziell verurteilte. Der Pop-Star hatte sich außerdem mit ihrem Vater überworfen, weil dieser nach dem frühen Krebstod ihrer 36 Jahre alten Mutter erneut geheiratet hatte.

Madonnas Weg zum Ruhm führte zunächst über Tanzunterricht in New York und dubiose Jobs als Nacktmodell und Darstellerin in einem Softporno. In ihren frühen Jahren galt sie als Frau, die sich ihrer männlichen Freunde für das berufliche Fortkommen bediente. Mit "Holiday" aus ihrem ersten Album schaffte sie es 1983 in die US-Hitparade. Danach folgten Hits wie "Like A Virgin", "Material Girl" und "Papa Don't Preach". Madonna spielte die Rolle des blonden Vamps, der sich über alle Konventionen hinwegsetzt. Sowohl Bühnenauftritte als auch Videos sollten vor allem eines: provozieren.

Erster Versuch: Sean Penn

Die 1985 geschlossene Ehe mit Sean Penn, dem "bösen Buben" Hollywoods, zog das Interesse der Weltpresse auf sich, dauerte aber nur vier Jahre. 1992 war sie wieder Mittelpunkt eines Skandals, als sie den Bildband "Sex" veröffentlichte und sich auch "Im Bett mit Madonna"  zeigte. Als Filmschauspielerin bekam sie gute Kritiken in "Desperately Seeking Susan"  (1985) und "Evita"  (1996), andere Filme wurden rasch vergessen. 1996 gebar sie ihre erste Tochter Lourdes, die einer Beziehung zu ihrem Fitnesslehrer Carlos Leon entstammt. 1999 begegnete sie in London dem britischen Filmregisseur Guy Ritchie,32.

Madonna ist vor allem in den letzten Jahren als Musikerin immer stärker anerkannt worden. Ihre Alben "Ray Of Light" und "Music" werden als Beweis dafür gefeiert, dass sie mehr als nur seichten Pop bieten kann. Madonna hat sich zugleich immer stärker an spirituellen Dingen interessiert gezeigt. Das gilt für die jüdische Mystik der Kabbala ebenso wie für verschiedene christliche Kirchen. Die Frau, die einst vor brennenden Kreuzen tanzte und nicht nur deswegen vom Vatikan verurteilt wurde, ist inzwischen in London zur regelmäßigen Kirchgängerin geworden und will ihren Sohn Rocco Ritchie in Schottland katholisch taufen lassen.