Mächtiger Drogenhändler: Polizei schnappt "El Brad Pitt" - DER SPIEGEL
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Marco Guzman: "El Brad Pitt"

Foto: Eduardo Verdugo/ AP

Mächtiger Drogenhändler Polizei schnappt "El Brad Pitt"

Er nutzte mehrere Pseudonyme und führte den Waffenarm seines Kartells: In Mexiko hat die Polizei den Drogengangster "El Brad Pitt" festgenommen. Der kuriose Spitzname soll bei einer früheren Tarnung entstanden sein.
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Mexiko City - Auf den ersten Blick ist keine besondere Ähnlichkeit vorhanden: Die mexikanische Polizei hat "El Brad Pitt" festgenommen, ein mächtiges Mitglied des Drogenkartells Juárez. Marco Antonio Guzman, so sein bürgerlicher Name, soll den bewaffneten Flügel der Organisation angeführt haben. Laut Ermittlern war der 34-Jährige in einen Bombenanschlag im Juni 2010 verwickelt, bei dem ein Bundespolizist und zwei Zivilisten getötet wurden.

Guzman wird zudem vorgeworfen, am Drogenhandel in Chihuahua beteiligt gewesen zu sein. Der mexikanische Bundesstaat ist mit am stärksten vom Drogenkrieg betroffen. Dort liegt auch die Stadt Ciudad Juarez, in der allein im vergangenen Jahr mehr als 3000 Menschen getötet wurden.

Ein Ermittler, der seinen Namen nicht nennen wollte, sagte der Nachrichtenagentur AP, das Pseudonym "El Brad Pitt" sei entstanden, als sich Guzman für einen Auftrag als Späher getarnt hatte. Er habe die Haare lang getragen, sich wie ein Tourist gekleidet, eine Baseballmütze aufgesetzt und eine Kamera um den Hals gehängt. Dem Ermittler zufolge erinnerte diese Tarnung andere Kartellmitglieder an eine Szene von Brad Pitt in dem Film "Spy Game".

Auf die Ergreifung Guzmans war eine Belohnung von umgerechnet rund 42.000 US-Dollar ausgesetzt. Laut den Ermittlern hatte er zuletzt eine Ladung Sprengsätze geordert, die im April in Ciudad Juarez sichergestellt worden war. Bevor Guzman sich dem Drogenkartell anschloss, arbeitete er bei der Polizei.

In Mexiko liefern sich rivalisierende Banden seit Jahren eine blutige Auseinandersetzung um die Schmuggelrouten in die USA. Seit der mexikanische Präsident Felipe Calderón bei seinem Amtsantritt Ende 2006 den mächtigen Kartellen des Landes den Kampf ansagte, kamen in dem Drogenkrieg mehr als 35.000 Menschen ums Leben. Zuletzt entdeckten Soldaten im Lager einer Bande sogar selbstgebaute, mit Stahlplatten geschützte Panzerfahrzeuge.

hut/AP