Mailänder Mode Strenge Gesichter und sanfte Formen
Mailand - Beobachter sprechen davon, dass strenge Linien die Mailänder Modewoche dominierten. So bestach vor allem die Show von Jil-Sander-Nachfolger Raf Simons mit schlanken Hosen, weißen Hemden und kastig geformten Jacken. Ein Stil, der sich sehr an die deutsche Vorgängerin des belgischen Designers orientierte und der sich vor allem durch das Weglassen von Unnötigem und die Rückbesinnung auf die Silhouette auszeichnet. Nur wenig verspielt ist seine Mode: So werden zum Beispiel kragenlose Mäntel zu einem Erkennungszeichen seines textilen Designs.
Doch es waren ausgerechnet die gestandenen Modehäuser wie Brioni oder Armani, bei denen sinnliche Leichtigkeit zu spüren war. So führte Brionis neue Designerin der Damenmode, die Spanierin Cristina Ortiz, ihre Entwürfe in einem kleinen Defilee auf, das durch seinen Wagemut überraschte. Sie verwendete vor allem dunkle Töne und lenkte die Aufmerksamkeit dadurch gekonnt auf die Form ihrer Kreationen.
Außergewöhnlich mutig zeigte sich Giorgio Armani, der mit eng geschnitten Röcken die Augen der Zuschauer auf die Konturen seiner Models zu lenken verstand. Samt ist sein bevorzugtes Material, Pink und Lila setzt er sparsam zu sonst eher neutralen Tönen ein. In dunkel glühendes Rot taucht er seine Entwürfe für den Abend.
rom/dpa