Karriere in München Strafverfolger Nötzel wird Generalstaatsanwalt
Einer der prominentesten deutschen Strafverfolger, der Chefankläger der Staatsanwaltschaft München I, Manfred Nötzel, 65, steht kurz nach Erreichen der Altersgrenze vor einem weiteren Karriereschritt. Der Behördenleiter verfolgte hochrangige Siemens-Manager und Formel-1-Chef Bernie Ecclestone wegen Schmiergeldvorwürfen.
Ende Oktober soll er zum neuen Generalstaatsanwalt in München ernannt werden. Der bisherige Amtsinhaber Peter Frank, 47, ist von Bundesjustizminister Heiko Maas bereits Anfang August zum Nachfolger des vorzeitig in den Ruhestand geschickten Generalbundesanwalts Harald Range gekürt worden und soll seinen Job als oberster Ankläger der Republik zum 5. Oktober antreten.
Nötzel war zuletzt im Zusammenhang mit dem Prozess gegen den Co-Chef der Deutschen Bank, Jürgen Fitschen, und vier Ex-Manager des Instituts wegen angeblichen Prozessbetrugs im Zusammenhang mit der Kirch-Pleite unter Druck geraten. Anwälte der Beschuldigten warfen ihm und der zuständigen Staatsanwältin vor, sie seien mit der Anklage gegen Fitschen & Co. übers Ziel hinausgeschossen.
Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer sieht das offenbar anders. Sonst hätte er Nötzel wohl kaum gefragt, ob er als Generalstaatsanwalt zur Verfügung steht. Wer künftig die Münchner Staatsanwaltschaft I leiten wird, steht noch nicht fest. Bis zur Besetzung des Postens dürften mehrere Monate vergehen, weil die Stelle nach Nötzels Wechsel erst einmal zur Bewerbung ausgeschrieben werden muss.