Marc Wallert: Abflug nach Tripolis - DER SPIEGEL
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Marc Wallert Abflug nach Tripolis

Der Deutsche Marc Wallert und die drei anderen freigelassenen Geiseln sind auf dem Weg in die Heimat. Zunächst erwartet aber Libyen Dank.
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Cebu - Am frühen Montagmorgen um 6.20 Ortszeit (0.20 Uhr MESZ) startete in der zentralphilippinischen Stadt Cebu eine von Libyen gecharterte Iljuschin nach Tripolis, wie ein Flughafensprecher sagte. Nach 14-stündigem Flug sollen Marc Wallert, der Franzose Stephane Loisy und die Finnen Risto Vahanen und Seppo Fraenti dort von libyschen Regierungsvertretern begrüßt werden.

Anschließend sollen die vier Europäer Vertretern ihrer jeweiligen Regierungen übergeben werden. Libyen spielte eine Schlüsselrolle in den Verhandlungen mit den Kidnappern der militanten Moslemgruppe Abu Sayyaf und hat im Gegenzug für die Freilassungen Millionen von US- Dollar so genannter Entwicklungshilfe für den verarmten Süden der Philippinen gezahlt. Nach Angaben aus Vermittlerkreisen flossen für jede der Geiseln erneut jeweils eine Million Dollar Lösegeld. Unklar war zunächst, ob auch Revolutionsführer Muammar el-Gaddafi an der Zeremonie teilnehmen wird.

Marc Wallert sagte schlicht "Goodbye", bevor er und die anderen noch vor Sonnenaufgang die Maschine in Cebu bestiegen. Der Finne Vahanen meinte zu philippinischen Behördenvertretern: "Ich hoffe, Ihr Land wird eine friedliche Lösung für das Problem in Jolo finden." Die vier Männer hatten nach ihrer Freilassung am Samstag zwei Nächte in einem Luxushotel nahe der Stadt Cebu verbracht. Auf dem Weg nach Tripolis wird die Maschine vermutlich einen Zwischenstopp einlegen.

Die vier Europäer waren am Samstag unter dramatischen Umständen aus der Geiselhaft auf der Insel Jolo freigekommen. Rivalisierende Gruppen der Abu-Sayyaf-Rebellen lieferten sich ein Feuergefecht, bei dem drei Menschen starben. Nach Angaben von Chefunterhändler Robert Aventajado verhinderte der Zwischenfall, dass auch noch zwei französische Reporter rechtzeitig aus der Geiselhaft freikamen, um noch das Flugzeug nach Libyen zu besteigen. Es sei zu gefährlich für die Mittelsmänner unmittelbar nach der Schießerei im Dschungel gewesen.

Von den 21 Touristen und Hotelangestellten, die am 23. April von der malaysischen Taucherinsel Sipadan entführt wurden, halten die Moslemextremisten jetzt nur noch den philippinischen Tauchlehrer Roland Ullah als Geisel fest. Insgesamt befinden sich noch 16 Menschen in der Gewalt der Abu Sayyaf, darunter die beiden französischen Reporter, zwölf einheimische Prediger sowie ein kürzlich gekidnappter US-Amerikaner.

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